Ein feuerrotes Metall sorgt für Furore: Vor rund neun Jahren lag der Preis für Kupfer bei rund 1.500 Dollar. Im Oktober 2011 notierte das Metall bei knapp 8.000 Dollar - eine Teuerung um mehr als das Fünffache.
Die Ursache für den rasanten Anstieg ist rasch ausgemacht: Die Welt verlangt nach Kupfer - vor allem China. Noch 1997 verbrauchte das Reich der Mitte kaum mehr als fünf Prozent der globalen Produktion. 2008 aber lag der Anteil laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts bei 29 Prozent.
Auch weltweit steigt der Appetit auf Kupfer. Im Jahr 2003 lag der Verbrauch laut der International Copper Study Group bei 15,72 Millionen Tonnen, 2010 waren es schon neun Millionen Tonnen. Der Löwenanteil der zusätzlichen Nachfrage ging auf das Konto der Volksrepublik. Entscheidend für den Kupferhype ist, dass das Metall besonders leitfähig ist und deshalb für den Aufbau von Infrastruktur fast unverzichtbar.
Kein Wunder also, dass China, das derzeit massiv in seine Infrastruktur investiert, dringend auf die Legierung angewiesen ist. Aber nicht nur Kupfer kauft die Volksrepublik in rauen Mengen. China ist heute bei vielen Rohstoffen der weltweit größte Abnehmer. Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) konsumierte China 2009 40,5 Prozent des weltweit erzeugten Aluminiums. Bei der Nickelnachfrage hatte das Reich der Mitte im selben Jahr einen Anteil von 35,9 Prozent - bei Stahl und Steinkohle waren es sogar mehr als 50 Prozent.
"China ist und bleibt ein wichtiger Faktor für die Rohstoffmärkte", sagt Torsten Dennin, Fondsmanager des VCH Expert Natural Ressources. Aber auch die anderen Abnehmer sind nicht zu verachten. "Europa und die Vereinigten Staaten kommen zusammen auf rund ein Drittel der weltweiten Metallnachfrage und haben damit ebenfalls großen Einfluss", sagt Dennin.
Ein Faktor, dem nur wenig Beachtung geschenkt wird. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Kupferverbrauch zum Beispiel in Deutschland im Jahr 2009 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbrach. "Das hat aber keine strukturellen Ursachen, sondern ist vielmehr auf die Rezession in diesem Jahr zurückzuführen", sagt Volker Steinbach, Leiter der Deutschen Rohstoffagentur Dera.








