Wenn in Cushing, Oklahoma, Schneemassen die Straßen verstopfen, klettert der Ölpreis meist rasch nach oben. Die 9000-Seelen-Stadt im mittleren Westen der USA ist Lagerstätte und Hauptumschlagsplatz für das leichte Rohöl West Texas Intermediate, kurz
WTI, eine der zwei wichtigsten Rohölsorten der Welt. Die Position im Landesinneren und der damit verbundene Transport über Land führt häufig zu Preisverzerrungen. Die Alternative heißt Brent. Das Nordseeöl ist über Europas Häfen bestens an den Weltmarkt angebunden.
In diesem Jahr ziehen die Betreiber der weltweit größten Rohstoffindizes S&P GSCI (früher Goldman Sachs Commodity Index, deshalb GSCI) und Dow Jones-UBS Commodity Index die Konsequenzen und befreien sich ein Stück weit von den Schwankungen des US-Öls: In ihrer traditionellen Neugewichtung zum Jahresanfang wird Brent auf Kosten von WTI deutlich stärker abgebildet als noch 2011. Das gibt dem Nordseeöl mehr Gewicht bei der Darstellung der weltweiten Energiepreise.
In den Dow Jones-UBS Commodity Index wird
Brent erstmals überhaupt aufgenommen, und das direkt mit etwa fünf Prozent. Dafür wird der Anteil an WTI gekürzt. Im S&P GSCI war Brent bereits vertreten, sein Anteil steigt aber deutlich von 15,9 auf 17,35 Prozent - auf Kosten von WTI, das von 32,6 auf 30,25 Prozent zurückgefahren wird. Die Veränderung in der Zusammensetzung der Indizes zieht automatisch eine Umschichtung der an sie gekoppelten Indexfonds nach sich. Dem Dow Jones-UBS Commodity Index folgen passiv verwaltete Investments in Höhe von etwa 80 Mrd. Dollar, an den S&P GSCI sind Anlagen von etwa 100 Mrd. Dollar gekoppelt.
Die Bewegungen werden auf die fünf Werktage dieser Woche verteilt, täglich werden 20 Prozent der Optionen umgeschichtet. Der S&P GSCI notierte am Dienstagabend nahezu unverändert zum Vortagesschluss, der Dow Jones-UBS Commodity Index legte um 0,8 Prozent leicht zu. Beide Indizes bilden neben Terminkontrakten auf Energierohstoffe auch Optionen auf Industriemetalle, Edelmetalle, Agrarrohstoffe und Lebendvieh ab. Im S&P GSCI wird Rohöl in diesem Jahr laut der Zielsetzung der Indexbetreiber fast 47 Prozent der Gewichtung ausmachen, während es im Dow Jones-UBS Commodity Index bei ungefähr 15 Prozent gewichtet sein wird.









