22.10.2009
 CAPITAL-SERIE Abgeltungsteuer

Wie lästig wird die Abgeltungsteuer wirklich? Wie steht es mit Renditechancen und Sicherheit? Was muss für meine Vermögensbildung beachtet werden? Ist eine Umschichtung meines Geldes erforderlich? Was kommt auf mich tatsächlich zu?
Capital.de gibt in dieser Serie mit unterschiedlichen Artikeln zur Abgeltungsteuer einen umfassenden Überblick.


Bereit für den Richtungswechsel: Fällt der Index, steigt der Wert des Zertifikats.
Bereit für den Richtungswechsel: Fällt der Index, steigt der Wert des Zertifikats.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Reverse-Zertifikate

Das Depot wetterfest machen

von Martin Ahlers

Wann dreht der Wind an der Börse? Anleger, die eine Korrektur erwarten, müssen nicht zwangsläufig ihre Aktien zu Geld machen. Neben Puts und Turbo- oder Knock-out-Papieren eignen sich dazu auch Reverse-Zertifikate.

Über 60 Prozent hat der Dax seit seinem Tief im März bis dato zugelegt. Und das, obwohl die Finanz- und Wirtschaftskrise nach Einschätzung zahlreicher Experten noch längst nicht ausgestanden ist. Gerade für konservative Anleger stellt sich jetzt die Frage, ob es nicht ratsam ist, die Aktienquote und damit das Anlagerisiko zu reduzieren. Am einfachsten wäre natürlichdie Liquidierung der Depotbestände oder die Veräußerung einzelner Titel.

Oft wurden diese aber im Hinblick auf die Einführung der Abgeltungssteuer noch unmittelbar vor dem Jahreswechsel erworben, sodass ein Verkauf die Realisierung von Spekulationsgewinnen innerhalb der Zwölfmonatsfrist zur Folge hätte. Statt der Liquidierung des Depots beziehungsweise einzelner Positionen bietet sich unter Umständen eine Absicherung des Aktienbestands an.

Umsetzen lässt sich ein solches Vorhaben mit Verkaufsoptionsscheinen (Puts) sowie mit Turbo- oder Knock-out-Zertifikaten. Beide Derivatetypen sind allerdings nur für sehr erfahrene Investoren geeignet. Anlegern ohne die für diese Produkte geforderte Termingeschäftsfähigkeit bleibt der Rückgriff auf sogenannte Bear-Indexzertifikate, die von manchen Emittenten auch als Short- oder Reverse-Zertifikate bezeichnet werden.

Faustformel für die Depotsicherung

Die Kursentwicklung dieser Papiere verläuft genau umgekehrt zu der klassischer Indexprodukte. Bei einem Bezugsverhältnis von 100 zu 1 steigt der Wert eines Bear-Zertifikats exakt um 1 Cent, wenn das zugehörige Underlying um einen Indexpunkt fällt. Dabei ergibt sich der aktuelle Preis der Derivate aus dem Basiskurs abzüglich des aktuellen Indexstands, geteilt durch 100. Danach ist beispielsweise ein Papier auf den Dax mit Basis von 9000 Punkten bei einem aktuellen Stand von 5870 Indexzählern für 31,30 Euro zu haben.

Um die zur vollständigen Absicherung eines Aktiendepots mit deutschen Standardtiteln benötigte Anzahl an Short-Indexzertifikaten zu ermitteln, muss der Depotwert einfach durch den Dax- Stand geteilt und anschließend mit 100 multipliziert werden. Mit 1000 Bear-Zertifikaten ließe sich somit derzeit ein Depotvolumen von 58.700 Euro vollständig absichern.

Dabei müssen Anleger natürlich beachten, dass die Qualität der Absicherung in hohem Maße davon abhängt, wie stark die im Depot befindenden Dividendentitel und das als Underlying gewählte Aktienmarktbarometer korrelieren. Bei europäisch ausgerichteten Depots empfiehlt sich deshalb der Euro Stoxx 50 als Basiswert, bei einem hohen Anteil deutscher Nebenwerte kommen dagegen Bear-Zertifikate auf den MDax oder den SDax infrage.

Steckbrief

Basiswert

Emittent

ISIN

Basispreis in Punkten

Kurs in Euro

Euro Stoxx 50

Landesbank Berlin

DE000LBB11J6

7000

40,47

Dax

Société Générale

DE000SG9B614

11.400

55,35

MDax

HSBC Trinkaus

DE000TB2TVD1

10.000

24,37

SDax

HSBC Trinkaus

DE000TB1UTD5

6000

23,79

Sollten sich die Indizes den jeweiligen Basispreisen bis auf wenige Punkte annähern, werden die Papiere von den Emittenten gekündigt, da diese sonst das Risiko von Verlusten eingehen würden; Stand: 20. 10. 2009; Quelle: www.finanztreff.de


Quelle: ftd
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Quelle: FMH-Finanzberatung