Es ist keinen Monat her, da war eine Feinunze Gold noch 1037 Euro wert - Rekord. Inzwischen kostet das Edelmetall nur noch 907 Euro, ein Minus von mehr als zwölf Prozent. Schuld daran hat nicht zuletzt die Euro-Stärke: Die Gemeinschaftswährung, die Anfang Juni auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen war, erholte sich zuletzt deutlich. In Dollar gerechnet hat Gold nur gut drei Prozent verloren.
Mit währungsgesicherten Zertifikaten können Anleger das Auf und Ab an den Devisenmärkten aus ihren Depots verbannen. Das erste dieser sogenannten Quantozertifikate auf Gold brachte ABN Amro (heute Royal Bank of Scotland) vor sechseinhalb Jahren an den Markt. Seit Ende Juli haben Anleger eine weitere Alternative: Die Deutsche Bank offeriert das erste börsengehandelte Papier (Exchange-Traded Commodity, ETC), das physisch mit Gold hinterlegt ist und zugleich eine Währungssicherung bietet (ISIN DE000A1EK0G3). Der Gold-ETC ist günstiger als die meisten Zertifikate. Dafür garantiert er aber keinen absoluten Schutz vor einem Dollar-Verfall.
Gerade bei dem Edelmetall ist eine Währungsabsicherung sinnvoll, da sich Dollar und Gold meist gegenläufig bewegen. In den ersten Monaten dieses Jahres legten zwar beide gleichzeitig an Wert zu, aber das darf als Ausnahme gelten: Wegen der Schuldenkrise im Euro-Raum flüchteten Anleger in den Dollar und deckten sich zugleich mit Gold ein. Seitdem die Sorgen um Griechenland und die Euro-Zone abgeklungen sind, gilt das bekannte Muster wieder.
Wie teuer die Währungsabsicherung ist, hängt vom Anbieter ab. Da sich alle Zertifikate auf den gleichen Basiswert beziehen und keine weiteren Gebühren anfallen, lässt sich der Preis der Quanto-Option an der Performance ablesen. Und da gibt es deutliche Unterschiede: Während der Goldpreis in den vergangenen drei Jahren um 76 Prozent gestiegen ist, legte das entsprechende Zertifikat der Société Générale um nicht einmal 63 Prozent zu. Der Währungsschutz kostete Anleger also mehr als 13 Prozentpunkte Rendite (siehe Tabelle). Die Deutsche Bank hat sich im gleichen Zeitraum mit weniger als vier Prozentpunkten Gebühren begnügt. Aktuell lässt sich die Commerzbank die Quanto-Option am teuersten bezahlen - aufs Jahr hochgerechnet mit über vier Prozent. In die Berechnung der Quanto-Option fließen viele Faktoren ein, für die die Anbieter unterschiedliche Annahmen treffen. Manche Emittenten passen die Gebühr täglich an, andere sporadisch.
Der Gold-ETC funktioniert anders: Die Deutsche Bank sichert Währungsschwankungen täglich mit Terminkontrakten (Forwards) ab, deren Preis sich aus der Zinsdifferenz ergibt. Ein Dollar-Übernachtkredit ist zurzeit für 0,25 Prozent zu haben, in Euro kostet er 1,0 Prozent. Darum verdienen Anleger an der Währungsabsicherung derzeit sogar 0,75 Prozent im Jahr. Davon zieht die Bank 0,3 Prozent Währungssicherungsgebühr ab. "Ein großer Vorteil ist die jederzeit transparente Gebührenstruktur", sagt Philip Knüppel, ETC-Experte der Deutschen Bank.








