In den vergangenen zwei Monaten bewegte sich der DAX unter teils heftigen Tagesschwankungen per saldo kaum von der Stelle. Die Hängepartie zwischen der Angst vor einer schweren Wirtschaftskrise, ausgelöst durch einen Kollaps der Euro-Zone, und der Hoffnung auf eine Hausse, getrieben durch Liquiditätszufuhr der Notenbanken, kann sich noch einige Monate fortsetzen.
Eine interessante Strategie, die bei einem solchen Szenario hohe Erträge verspricht, ist eine Kombination aus Discount-Call- und Discount-Put-Scheinen. Die Papiere funktionieren im Grunde genommen wie herkömmliche Optionsscheine. Einziger Unterschied: Die Rückzahlung ist von vornherein auf einen Maximalbetrag begrenzt. Das hat zur Folge, dass Discount-Optionsscheine günstiger sind als die Pendants ohne Cap.
Ein Beispiel: BNP Paribas offeriert einen Discount-Call auf den DAX mit Basispreis 5000 Punkten und einer Obergrenze bei 5500 Punkten. Für jeden Punkt, den der
DAX bei Fälligkeit am 20. Januar 2012 über der Marke von 5000 Punkten steht, erhält der Inhaber des Discount-Calls 1 Cent. Bei einem Cap von 5500 Punkten, werden also maximal 5 Euro gezahlt. Discount-Puts funktionieren genau umgekehrt. Hier gibt es für jeden Punkt, den der DAX bei Fälligkeit unter dem Basispreis steht, 1 Cent.
Für Seitwärtsspekulanten ist eine Kombination aus beiden Produkten interessant: Dafür bietet BNP Paribas einen Discount-Put mit einem Basispreis von 7000 Punkten und einer Begrenzung bei 6500 Zählern an. Den Rückzahlungswert von 5 Euro erreicht der Schein, wenn der DAX bei Fälligkeit unter 6500 Punkten schließt.
Für sich allein betrachtet, droht bei beiden Discount-Scheinen ein Totalverlust. Liegt der Basiswert am Fälligkeitstag unter (Call) beziehungsweise über (Put) dem Basispreis, verfallen die Scheine wertlos. Kombiniert man jedoch beide Discounter, wird immer ein Schein zu 5 Euro zurückgezahlt - im besten Fall sogar beide.
Aktuell kosten die Discounter 4,40 beziehungsweise 4,34 Euro. Liegt der DAX bei Fälligkeit am 20. Januar 2012 zwischen 5500 und 6500 Punkten, erzielen Anleger mit beiden Scheinen den maximalen Gewinn von insgesamt 10 Euro. Gezahlt haben sie für beide Scheine 8,74 Euro. Da der DAX in jedem Szenario über 5500 oder unter 6500 notiert, erhalten Anleger immer mindestens 5 Euro. Das Risiko bleibt - ungeachtet des Emittentenrisikos - auf 3,74 Euro pro Pärchen beschränkt. Die Gewinnchance beträgt 1,26 Euro oder, bezogen auf das Risiko, 34 Prozent. Die Breakeven-Punkte liegen bei 5374 und 6626 Punkten. Erst wenn der DAX am 20. Januar 2011 außerhalb dieser Spanne schließt, erleiden Anleger Verluste.
Sowohl das Chance-Risiko-Verhältnis als auch die Zone, in der die Spekulation Gewinne abwirft, lassen sich variieren. Wird der Discount-Call beispielsweise durch einen Schein mit gleicher Laufzeit, aber einem Basispreis bei 5500 und einem Cap von 6000 Punkten ersetzt, sieht die Rechnung wie folgt aus: Der Einsatz beträgt nur noch 7,87 Euro je Strategie. Das Risiko reduziert sich auf 2,87 Euro. Bezogen darauf beträgt der Maximalgewinn 74 Prozent. Dieser wird erreicht, wenn der DAX am 20. Januar zwischen 6000 und 6500 Punkten schließt. Die engere Spanne bringt demnach ein höheres Gewinnpotenzial - gleichzeitig sinkt aber die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX bei Fälligkeit innerhalb der Spanne notiert, da diese enger geworden ist.
Pessimisten tauschen nicht den Call, sondern den Put aus. Eine Kombination aus Discount-Call (5000/5500 Punkte) und Discount-Put (6500/6000 Zählern) kostet zusammen 7,38 Euro, die Maximalrendite beträgt 110 Prozent. Sie wird erreicht, wenn der DAX bei Fälligkeit zwischen 5500 und 6000 Punkten notiert.
Mit zwei Discount-Optionsscheinen der Commerzbank lässt sich die Spanne noch erweitern. Die Basispreise liegen bei 5000 und 7000 Punkten, die Begrenzungen bei 5300 und 6700 Zählern. Anleger erzielen maximal 3 Euro je Schein oder 6 Euro je Pärchen. Aktuell kostet das Paar 4,94 Euro. Liegt der DAX am 14. März 2012 zwischen 5300 und 6700 Punkten, beträgt der Gewinn bezogen auf das Risiko von 1,94 Euro 55 Prozent.

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