Die hartnäckigen Spekulationen über eine Umschuldung Griechenlands schlagen sich nun auch im Markt für die Bankenrefinanzierung nieder: Nach einem starken Jahresbeginn liegt der Markt für neue Bankanleihen aus der Euro-Peripherie seit Ostern völlig brach. Bei bereits emittierten Papieren aus Spanien, Portugal, Griechenland und Irland steigen zudem die Risikoaufschläge. "Die anhaltende Unsicherheit über Staatsrettungen, Umschuldungen und Schuldenschnitte hat die Volatilität bei der Refinanzierung von Banken deutlich erhöht", schreiben die Experten der UBS in einer Analyse. Zwar sei die Lage noch keineswegs dramatisch, doch "wenn es tatsächlich zu einer Restrukturierung in Griechenland kommen sollte, dann könnten sich auch die Probleme in der Bankenrefinanzierung wieder ernsthaft zuspitzen", so Jörg Birkmeyer von der DZ Bank.
Sowohl bei Investoren als auch den Notenbanken steht der Markt für Bankenanleihen spätestens seit Eskalation der Finanzkrise im Jahr 2008 unter genauester Beobachtung, weil sich seinerzeit gezeigt hatte, dass der Markt für Neuemissionen quasi über Nacht austrocknen kann. Die Finanzinstitute sind aber darauf angewiesen, auslaufende Schuldpapiere regelmäßig mit Neuemissionen zu refinanzieren oder mit frischen Mitteln Gelder für das traditionelle Bankgeschäft einzusammeln. Dabei begeben Institute mit hoher Bonität auch Anleihen ohne jede Sicherheiten für Investoren, fast alle Banken emittieren aber auch sogenannte gedeckte Bankanleihen - Covered Bonds genannt - die mit Immobilien oder Krediten besichert sind.
Letztere sind vor allem für Institute aus der Euro-Peripherie etwa in Griechenland, Irland und Portugal von Bedeutung, die sich bis auf wenige Ausnahmen nur noch über direkte Geschäfte mit der Europäischen Zentralbank oder aber mit gedeckten Bankanleihen refinanzieren können.
Deren am Zinsabstand zu Staatsanleihen gemessener Risikoaufschlag zieht seit nunmehr Anfang April wieder deutlich an - allein zu Wochenbeginn für gedeckte Bankanleihen Portugals um zehn Basispunkte, in Spanien um fünf Basispunkte.
Nach Berechnungen der Nord/LB müssen die Banken der Euro-Zone noch bis Ende 2012 rund 160 Mrd. Euro an auslaufenden Bankanleihen refinanzieren, für die zuvor Staatsgarantien gewährt wurden. Bislang gehen Finanzmarktexperten davon aus, dass durch die starke Nachfrage nach Covered Bonds die Fälligkeiten problemlos refinanziert werden können. "Sollte der Markt nun längere Zeit geschlossen bleiben, könnte das neue Probleme hervorrufen", so Leef Dierks, Analyst bei Morgan Stanley.
"Die Marktteilnehmer sind daran erinnert worden, dass die Probleme in der Euro-Zone längst nicht gelöst sind. Solange das so bleibt, werden sich die Emittenten auf einen Stop-and-go-Markt einstellen müsse", sagt auch Armin Peter aus dem Bankanleihesyndikat der UBS.









