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18.01.2012

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Investor-Artikel

Industriemetalle

Glänzende Aufholjagd

von Benjamin Feingold

Vieles spricht dafür, dass die Preise für Gebrauchsmetalle 2012 wieder anziehen. Turbopapiere sind im aktuellen Umfeld daher besonders attraktiv.

Industriemetalle haben 2011 nur wenig Glanz verbreiten können. So gab der Aluminiumpreis um fast 20 Prozent nach und bescherte beispielsweise Weltmarktführer Alcoa rote Zahlen. Auch Kupfer als klassisches Konjunkturbarometer verlor mehr als 20 Prozent, bei Nickel sorgten Angebotsüberhänge für sinkende Preise.

2012 soll es für das Rohstoffsegment jedoch wieder besser laufen, auch wenn mit konjunkturellem Gegenwind zu rechnen ist. Mutige Anleger haben mit Knock-out-Bull-Papieren, sogenannten Turbos, die Chance auf überproportionale Gewinne bei steigenden Preisen.

Industriemetalle haben derzeit den Vorteil, dass die Erwartungen über die weitere Preisentwicklung trotz der aktuellen Kurserholung nicht übermäßig optimistisch sind. Denn um Gewinne mit Rohstoffinvestments zu erzielen, müssen die Preiserwartungen am Terminmarkt übertroffen werden. Aktuell werden auf Sicht eines Jahres leicht steigende Preise bei Aluminium und eine neutrale Kursperformance bei Kupfer und Nickel erwartet.

"Die Tatsache, dass Metalle ihre Verluste nach der Herabstufung einiger Euro-Zonen-Länder schnell aufholen konnten, zeigt, dass viele negative Nachrichten mittlerweile eingepreist sind", sagt Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Er geht für 2012 unter dem Strich von steigenden Preisen aus. Als Untergrenze für die Metallpreise sieht Fritsch die Produktionskosten, auch wenn diese zuletzt öfter unterschritten wurden. "Die Produzenten dürften jedoch verstärkt darauf reagieren, um Verluste einzudämmen", ergänzt Fritsch. Tatsächlich haben Alcoa und der Rohstoffriese Rio Tinto zu Jahresanfang ihre Kapazitäten gekappt, woraufhin der Aluminiumpreis deutlich anzog.

Die Analysten von Goldman Sachs haben zwar wegen der schwachen Entwicklung im vierten Quartal 2011 die Prognosen für Nickel und Kupfer nach unten korrigiert, sind aber weiter bullish für das Segment gestimmt. Besonders bei Kupfer sehen sie Nachholbedarf. Im vergangenen Jahr waren die Einfuhren des größten Kupferimporteurs China aufgrund der hohen Lagerbestände zurückgegangen, im Dezember zogen sie jedoch wieder an.

Turbopapiere vollziehen die Kursbewegungen des Basiswerts annähernd eins zu eins nach und sind daher sehr transparent. Steigt Kupfer um zehn Prozent, legt ein Kupfer-Turbo-Bull mit einem Hebel von vier um rund 40 Prozent zu. Verlockende Gewinnmöglichkeiten, wenn es für Industriemetalle in diesem Jahr besser läuft als 2011. Doch der Hebel wirkt auch in die andere Richtung. Ein Verlust von rund 40 Prozent entsteht, wenn der Basiswert um zehn Prozent nachgibt.


© 2012 ftd.de

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Quelle: FMH-Finanzberatung