Wissenschaftliche Abhandlungen über die optimale Absicherung eines Depots mithilfe von Put-Optionsscheinen gibt es viele. Eine Faustformel erleichtert die Sache. Sie bietet zwar keinen 100-prozentigen Schutz, da sich die Einflussfaktoren auf den Preis ständig verändern. Aber als Rechenhilfe ist sie gut brauchbar.
Etwa bei einem
DAX-Depot: Man teilt den abzusichernden Wert des Depots durch den aktuellen DAX-Stand - und hat die einfache Absicherungsquote. Da Optionsscheine nur ein Hundertstel der DAX-Entwicklung abbilden, muss der Faktor mit 100 multipliziert und das Delta berücksichtigt werden. Es misst die Kursveränderung des Scheines bei einer Bewegung des Basiswerts um einen Punkt. In der Praxis gilt: Je höher das Delta, desto stärker vollzieht der Put die Entwicklung des Index nach (und umgekehrt). Damit ist eine hohe Absicherung über die Laufzeit hinweg möglich.
Ein Beispiel: Für ein DAX-Depot im Wert von 50.000 Euro werden zur Absicherung - bei einem Indexstand von 7150 Punkten, einem Bezugsverhältnis von einem Hundertstel bei DAX-Optionsscheinen und einem Delta von 0,4 - exakt 1748 Puts benötigt.
Zur Kontrolle lohnt sich das Nachrechnen: Fällt beispielsweise der DAX kurzfristig von 7150 Punkte um zehn Prozent auf 6435 Punkte, wird der Wert des Puts auf rund 7 Euro steigen, also um rund 3,50 Euro zulegen. Bei 1750 Punkten ergibt sich ein Plus von 6125 Euro. Der genaue Gewinn lässt sich nur annähernd berechnen, da sich insbesondere die Volatilitäten und die Bewertungskennzahlen des Scheins bei Kursbewegungen ständig verändern. Der Wert des Depots würde hingegen von 50.000 auf 45.000 Euro sinken. Diesen Verlust mindert der Gewinn aus den Puts - so funktioniert die Absicherung.
Um den Kapitaleinsatz zu minimieren, sollten Anleger erwägen, eine Selbstbeteiligung in Kauf zu nehmen. So kostet beispielsweise ein Put mit Basis bei 6800 Punkten etwa 1 Euro weniger. Dafür trägt der Anleger das Risiko bis zum Basispreis und ist erst bei Kursen unter 6800 Punkten abgesichert. Je tiefer die Basis gewählt wird, desto größer wird die Selbstbeteiligung. Eine andere Strategie zur Begrenzung der Kosten ist eine Teilabsicherung. Je nach Risikoeinschätzung reichen 30 bis 50 Prozent.
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