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11.01.2012

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Investor-Artikel

Gold

Die Mär von der Sicherheit

von Daniel Saurenz

Nicht immer sichert das Edelmetall Anleger ideal gegen fallende Aktienkurse ab. Eine statistische Betrachtung gibt Aufschluss über die Grenzen der goldenen Sicherungsstrategie.

Am Montag nach Börsenschluss hat der Aluminiumkonzern Alcoa in den USA die neue Quartalssaison eingeläutet. Viele Marktteilnehmer sind verunsichert und haben Angst vor schlechten Quartalszahlen oder nach unten korrigierten Prognosen der Konzerne. Gleichzeitig kocht in Europa die Schuldenkrise immer wieder hoch. Anleger suchen in dieser Situation verstärkt nach einer Absicherung. Vor allem gegen die Schuldenkrise wollen sich viele Investoren mit Gold positionieren.

"Anleger flüchten in Gold", "Sicherheit geht vor", "Schutz vor dem Absturz" - solche Schlagzeilen liest man immer wieder, wenn es um Gold geht. Angeblich verhalten sich Aktien und das Edelmetall recht konträr zueinander: Der Goldpreis steige dann, wenn Sicherheit gefragt ist oder Aktien unpopulär sind. Die klassische Versicherung also, wenn es abwärtsgeht. Entsprechend haben sich in den vergangenen Monaten und Jahren viele Anleger mit Gold eingedeckt, sei es in physischer Form, als Indexfonds oder über Zertifikate. Doch stimmt es wirklich, dass wenn die Aktienkurse fallen, Gold als Krisenwährung steigt?

Beurteilen kann man eine solche Beziehung am besten mithilfe eines Korrelationsindex. Dieser gibt an, ob überhaupt zwei Anlageklassen gleichzeitig steigen oder fallen und wie stark diese Bewegung ist. Ein Beispiel: Der Euro Stoxx 50 und der VStoxx laufen exakt gegeneinander, denn steigt die Volatilität, fällt der Index - und umgekehrt. Das klingt logisch und hat sich seit Jahren als Orientierungskriterium für Anleger bewährt. Doch trifft dies auch auf den DAX und Gold zu?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Die Commerzbank gibt in einer aktuellen Veröffentlichung an, dass laut ihrer eigenen und auf Bloomberg gestützter Berechnungen die Korrelation zwischen Gold und DAX nahezu bei null liege. Basis für diese Aussage ist die Korrelation, die aus Wochenrenditen des vergangenen Jahres errechnet wurde. Nach dieser Interpretation wäre es also so, dass der Goldpreis steigen, fallen oder einfach gleich bleiben kann, wenn die Aktienmärkte sich verändern. Die Korrelation zwischen DAX und Gold sowie Euro Stoxx 50 und Gold beträgt laut Commerzbank-Matrix exakt minus 0,04, gemessen im Jahr 2011. Bei einem Wert von eins wäre die Korrelation perfekt, bei minus eins genau gegenläufig. Mit anderen Worten: Jegliche Aussage darüber, ob Gold als Schutz bei fallenden Kursen taugt oder man in steigenden Märkten eher die Finger von Gold lassen sollte, wäre danach mit Vorsicht zu genießen.

Die Krux liegt in der Korrelation

Doch der Blick auf den Kursverlauf bei Gold und DAX zeigt etwas anderes. Legt man beide Basiswerte in den vergangenen drei Monaten übereinander, so bestätigt sich ein exakter Gleichklang. DAX und Gold haben je rund zwei Prozent gewonnen. Auf sechs Monate sieht es schon ganz anders aus. Hier schneidet Gold fast 30 Prozent besser ab als der DAX. Auf das gesamte Jahr 2011 gesehen liegt die Krux daher in der Berechnung der Korrelation. Nimmt man 30-Tage-Korrelationen, so wird die Unterschiedlichkeit in der Performance zwischen Gold und DAX beziehungsweise Euro Stoxx 50 deutlich. Denn auch auf ein Jahr gesehen sind es fast 30 Prozent, die DAX und Euro Stoxx auf der einen und Gold auf der anderen Seite trennen.

Dennoch spricht auch fundamental ein Punkt klar für die Berechnungsweise der Commerzbank: Seit Sommer 2011 haben sich die Aktienindizes in Europa auf der einen und Gold auf der anderen Seite gegenläufig entwickelt. Die Gold-Stärke war primär jedoch nicht den fallenden Aktienkursen geschuldet, sondern vielmehr der Sorge um den Euro und dem Unglauben an alle nicht greifbaren Vermögenswerte. Ob Gold also 2012 eine hohe, niedrige oder gar keine Korrelation zu Aktien haben wird, hängt maßgeblich vom Fortgang der Schuldenkrise und aufkommender Inflationsängste infolge der Geldschwemme ab.

Anleger, die losgelöst von jeglichen Korrelationen auf das Edelmetall setzen wollen, bietet sich jedoch gerade jetzt die Gelegenheit dazu. Denn der Preis ist bis auf rund 1600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zurückgekommen. Das macht im Derivatebereich zum Beispiel Capped-Optionsscheine attraktiv. Interessant sind Papiere mit einer Obergrenze (Cap) bei 1400 und 1500 Dollar (siehe Tabelle). Zu beachten ist allerdings, dass die Auszahlung maximal 10 Dollar beträgt und am Ende in Euro erfolgt. Währungsschwankungen haben damit also Einfluss auf die Höhe des Ertrags.

Ausgewählte Capped-Optionsscheine auf den Goldpreis

ISIN

Laufzeit

Basispreis in $

Cap in $

Kurs in €

Rendite* in %

DE000BN7UDY8

3.12.2012

1300

1400

6,10

32,40

DE000BN7UD00

3.12.2012

1400

1500

5,74

40,90


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Quelle: FMH-Finanzberatung