23.06.2010
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Die Dividendenzertifikate bieten derzeit attraktive Einstiegsniveaus.
Die Dividendenzertifikate bieten derzeit attraktive Einstiegsniveaus.
Foto: FTD/Christina Bretschneider
Investor-Artikel

Futures

Dividenden als Motor fürs Depot

von Thomas Koch

Frustriert von dem anhaltend niedrigen Zinsniveau sind viele Anleger auf der Suche nach Alternativen. Dafür kommen zum Beispiel Dividendenprodukte in Frage, bei denen Investoren ganz gezielt auf die Höhe der Dividenden wetten.



Genau die werden von den an der Terminbörse Eurex gelisteten Index-Dividenden-Futures abgebildet. Ausgezahlt wird dabei am Ende eines Jahres immer die Summe aller in den zurückliegenden zwölf Monaten von den Indexmitgliedern vorgenommenen Ausschüttungen, wobei die Zahlungen nach dem jeweiligen Börsenwert der Konzerne gewichtet werden. Gewinne lassen sich mit entsprechenden Produkten auf solche Futures erzielen, wenn die Ausschüttungen höher ausfallen, als dies beim Kauf der Papiere vom Markt erwartet wurde.

In der weitgehend abgeschlossenen Dividendensaison 2010 ist diese Strategie aufgegangen. Der Ende des Jahres auslaufende Dividenden-Future auf den Euro Stoxx 50 stieg innerhalb eines Jahres von 80 auf aktuell rund 111 Punkte. Grund: Die im vergangenen Jahr für 2010 prognostizierten Ausschüttungen haben sich als viel zu niedrig erwiesen.

Mit Blick auf die Analystenschätzungen erscheinen momentan vor allem Produkte attraktiv, die auf die Gewinnausschüttungen im Jahr 2012 abzielen. Der entsprechende Dividenden-Future notiert aktuell bei rund 90 Punkten. Nach den von Bloomberg erfassten Dividendenschätzungen müsste sich Ende 2012 jedoch ein Wert von rund 140 Punkten ergeben. Das wäre ein Kursplus von mehr als 50 Prozent.

Dass die Preise der Dividenden-Futures so deutlich von den Analystenschätzungen abweichen, liegt vor allem an den Kursrückgängen der vergangenen Wochen. Hier spiegeln sich die Ängste vor einer erneuten Abkühlung der Konjunktur und entsprechenden Dividendenkürzungen wider. Eine Reaktion, die nach Ansicht vieler Bankanalysten deutlich übertrieben ist. "Von den für 2009 und 2010 bereits reduzierten Niveaus weitere deutliche Rückgänge zu erwarten würde schon fast einem Double-Dip-Szenario entsprechen, das wir nicht sehen", sagt etwa Jochen Fischer von Goldman Sachs. Selbst bei einer kompletten Streichung der Dividenden beispielsweise aller im Euro Stoxx 50 vertretenen Banken und Versicherungen käme das Investmenthaus bei seiner Schätzung immer noch auf einen Stand des Dividenden-Futures von 110 Indexpunkten für 2012.


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Quelle: FMH-Finanzberatung