23.07.2010
Die Fundamentalindexvarianten schlagen sich besser als so manche herkömmliche Indizes.
Die Fundamentalindexvarianten schlagen sich besser als so manche herkömmliche Indizes.
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Investor-Artikel

Fundamental Indexing

Nette Idee - schlecht umgesetzt

von Matthias Schmitt

Mit drei neuen Zertifikaten der Unicredit-Tochter HypoVereinsbank können Anleger auf fundamental gewichtete Indizes setzen. Die Idee hat Charme. Allerdings entgehen Investoren mit diesen Papieren die Dividenden.

Passive Indexinvestments haben in den vergangenen Jahren deutlich an Popularität gewonnen. Viele Anleger setzen mit Zertifikaten oder börsengehandelten Fonds (ETFs) direkt auf den Index. Ihre Performance ist oft besser als die aktiv gemanagter Portfolios. Kritiker bemängeln jedoch, dass die meisten Indizes kapitalisierungsgewichtet sind und daher Aktien einen besonders hohen Anteil haben, die bereits stark gestiegen sind. Dieses Problem löst der Ansatz des Fundamental Indexing, bei dem fundamentale Kennzahlen wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis und nicht die Marktkapitalisierung für das Indexgewicht verantwortlich sind.

Seit Ende Juni berechnet nun die Börse Wien für die drei Börsenbarometer CECE (Polen, Tschechien, Ungarn), CEETX (Österreich, Tschechien, Slowenien, Ungarn) und ATX (Österreich) auch die Fundamentalindizes. Vor allem beim ATX zeigt die Rückrechnung bis Anfang 2006 eine deutliche Outperformance: Der ATX Fundamental schlägt den klassischen Index um mehr als 35 Prozentpunkte. Die anderen beiden Indizes wurden nur bis Anfang 2009 zurückgerechnet. Während die Fundamentalvariante des CECE vorn liegt, entwickelte sich die Fundamentalvariante des CEETX schlechter als der herkömmliche Index.

Meist lohnt sich das Verfahren jedoch, zeigt eine 2009 veröffentlichte Studie von Christian Walkshäusl und Sebastian Lobe von der Universität Regensburg: Bei 46 der 50 untersuchten internationalen Indizes wurde bei fundamentaler Gewichtung eine bessere Performance erzielt als bei einer Gewichtung nach Marktkapitalisierung. Bei ihrer Berechnung der Fundamentalindizes zieht die Wiener Börse die Gesamtkapitalrendite, die Bruttodividendenrendite sowie das Kurs-Buchwert-Verhältnis der vergangenen drei Jahre heran. Diese Kennzahlen werden in Beziehung zu den Daten aller im Index enthaltenen Unternehmen gesetzt und kombiniert. Aus dem Mittelwert wird dann das Indexgewicht abgeleitet. In den Fundamentalindizes sind die gleichen Titel enthalten wie im Original, lediglich die Gewichtung ist unterschiedlich.

Ein Manko bleibt jedoch: Die Wiener Börse berechnet nur die Preisindizes, Dividenden bleiben außen vor. Dieser Nachteil ist vor allem bei den Fundamentalvarianten des CECE sowie CEETX erheblich. Da ist es für Anleger nur ein schwacher Trost, dass die HypoVereinsbank bei den entsprechenden Zertifikaten keine Managementgebühren erhebt. Auf lange Sicht dürften die entgangenen Dividenden schwerer wiegen als der dank der Strategie erzielten Performancevorteil. Anleger, die sich in den genannten Ländern engagieren möchten, fahren wohl mit ETFs oder Indexzertifikaten auf kapitalisierungsgewichtete Performanceindizes besser.


Quelle: ftd
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Quelle: FMH-Finanzberatung