Not gegen Elend. So beschreiben Akteure am Devisenmarkt momentan das Duell zwischen Euro und US-Dollar. Der Wechselkurs zeigt sich seit nunmehr vier Monaten zwar sehr schwankungsfreudig, aber ohne langfristigen Trend. Sowohl die Euro-Zone als auch die USA haben mit immensen Schulden zu kämpfen und nahezu jede neue Nachricht zu diesem Thema bewegt den Kurs des Devisenpaares.
Die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise auf Italien hat den Euro unter Druck gesetzt. Ein Trend, der sich fortsetzen könnte, sobald es im US-Kongress zu einer Einigung über die Anhebung der Schuldenobergrenze kommt. Davon sollte man ausgehen können, weil den USA sonst Anfang August die Zahlungsunfähigkeit droht, wofür wohl kaum ein Politiker seinen Kopf hinhalten will.
Auch von technischer Seite droht dem Euro weiteres Ungemach. Nach dem Bruch des kurzfristigen Aufwärtstrends und dem Fall unter die Unterstützungsmarke bei 1,4073 Dollar rechnen die Charttechniker von HSBC Trinkaus mit weiter fallenden Notierungen Richtung 1,34/1,35 Dollar.
Risikofreudige Anleger wittern hier Chancen. Für entsprechende Spekulationen eignen sich zum Beispiel Knock-out-Produkte auf den Euro-Dollar-Kurs, bei denen die Bewegungen des Währungspaares - allerdings in beide Richtungen - mit einem Hebeleffekt abgebildet werden.
Anleger, die sowohl dem Euro als auch der US-Währung skeptisch gegenüberstehen, können alternativ auf den als "sicherer Hafen" geltenden Schweizer Franken ausweichen. Der ist gegenüber dem Euro gerade auf ein Rekordhoch gestiegen. Beliebt ist die Schweiz bei Anlegern vor allem wegen der vergleichsweise geringen Schulden und den hohen Goldbeständen. Während die Staatsverschuldung in Deutschland zu rund sieben Prozent mit Gold gedeckt ist, liegt dieser im Zuge der Schuldenkrise immer mehr an Bedeutung gewinnende Anteil in der Schweiz bei 27 Prozent. Setzt sich der Höhenflug des Franken fort, werden Short-Produkte auf den Euro-Franken-Kurs davon profitieren.
Nach dem jüngsten Hype steigt die Gefahr von kurzen technischen Gegenbewegungen. Die Analysten von Credit Suisse hatten bereits in der vergangenen Woche gewarnt, dass der Schweizer Franken "stark überverkauft" sei. Um bei entsprechenden Rückschlägen nicht vorzeitig ausgeknockt zu werden, bieten sich deshalb Put-Optionsscheine an, die erst am Ende der regulären Laufzeit fällig werden.
Quelle: ftd
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