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21.11.2011
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Foto: dpa-PA
Investor-Artikel

Edelmetalle

Lockruf des Goldes

von Harald Czycholl

In unsicheren Zeiten lieben Anleger die Krisenwährung Nummer eins. Dafür müssen sie keine Barren horten: Vom Goldsparplan über Goldfonds und ETCs bis zu Aktien von Goldminen gibt es zahlreiche Alternativen.

Seit die Schuldenkrise in Europa wütet, wollen viele Sparer ihr Vermögen in Sicherheit bringen - und es in Goldbarren oder -münzen umschichten. Denn das gelbe Edelmetall kann - im Unterschied zu Papiergeld - nicht beliebig durch die Notenbanken vermehrt werden. Im Gegensatz zu Bargeld oder Zinsanlagen bleibt Gold in Krisenzeiten wertvoll - auch bei Hyperinflation oder Währungsreform.

Laut einer Allensbach-Studie im Auftrag der Postbank fürchtet jeder dritte Deutsche um seine Ersparnisse. Die Angst vor einer Geldentwertung durch Inflation ist demnach weit verbreitet. "Diese brisante Entwicklung verläuft parallel zur Verschuldungssituation in Europa", sagt Postbank-Retailvorstand Michael Meyer. Eine Folge: Mehr als jeder achte Berufstätige, der seine private Vorsorge noch ausbauen will, plant einen Goldkauf.

Sind die Zeiten unruhig, investieren Anleger vermehrt in Gold - und ihre Angst treibt den Preis des Edelmetalls auf immer neue Höhen. Mehr als 1900 Dollar blätterten Anleger im September pro Feinunze Gold (entspricht 31,1 Gramm) auf den Tisch - umgerechnet knapp 1400 Euro. Seitdem ging es zwar wieder ein Stück abwärts. Aber mit rund 1600 Dollar (knapp 1200 Euro) hat sich der Goldpreis auf einem nach wie vor hohen Niveau eingependelt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Goldpreis noch bei rund 1400 Dollar (etwa 1000 Euro). Das entspricht einem Wertzuwachs von rund 20 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten - da kann kaum eine Geldanlage mithalten.

Keine Zinsen, keine Dividende

Dennoch sind Experten skeptisch: Gold sei eine sehr spekulative Wertanlage, warnt die Stiftung Warentest. Der schwankende Kurs, hohe Kaufkosten sowie fehlende Erträge seien die großen Nachteile der Krisenwährung. "Niemand kann vorhersagen, wie sich der Goldpreis entwickeln wird", sagt Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Jeder müsse sich darüber im Klaren sein, dass Gold weder Zinsen noch Dividende bringe. Ebenso müssten die Kosten für eine sichere Aufbewahrung im eigenen Tresor oder im Bankschließfach bedacht werden.

In der Tat bringt vor allem physisches Gold eine Menge Probleme mit sich. Zwar mögen Anlagemünzen und Barren aus Gold die nahe liegendste Lösung sein, wenn es darum geht, Gold zu kaufen. Schließlich bieten sie die Möglichkeit, den edlen Rohstoff tatsächlich in den Händen zu halten - das vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Allerdings sind die Aufschläge auf den offiziellen Goldpreis, die beim Kauf der guten Stücke fällig werden, mitunter schmerzhaft - sie können nämlich bis zu zehn Prozent betragen. Für die sichere Lagerung entstehen weitere Kosten und wer die Barren und Münzen wieder verkaufen will, muss Abschläge gegenüber dem offiziellen Goldpreis in Kauf nehmen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen macht noch auf ein weiteres Dilemma aufmerksam: "Falls es wirklich zu einer schweren Krise kommen sollte, ist fraglich, wie gut sich ein Goldbarren gegen Güter eintauschen lässt, die von Nutzen fürs alltägliche Leben sind."


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Quelle: FMH-Finanzberatung