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23.09.2010
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Bei Alphazertifikate beteiligen sich Anleger quasi an einem Wettlauf
Bei Alphazertifikate beteiligen sich Anleger quasi an einem Wettlauf
Foto: FTD/Christina Bretschneider
Investor-Artikel

Dividendenpapiere

Duell der Alphapapiere

von Gian Hessami

Alphazertifikate bieten auch in richtungslosen und sogar fallenden Märkten Chancen auf positive Renditen. Der Anleger wettet, dass Wert A besser performt als Wert B. Meist dienen als Basiswerte Aktien mit hohen Ausschüttungen.

Leitwölfe führen ein Rudel an und geben die Marschrichtung vor. In der Rangordnung sind sie das erste Tier, das Alphatier der Gruppe.

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktionieren sogenannte Alphazertifikate. Wer auf diese Papiere setzt, geht eine Wette ein, bei der zwei Basiswerte gegeneinander antreten. Einer davon trägt die Favoritenrolle. Erringt der favorisierte Wert innerhalb eines festgelegten Zeitraums den Sieg, gewinnt auch der Anleger. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kurse der Basiswerte steigen oder fallen. Entscheidend ist, ob der favorisierte Wert besser abschneidet als sein Konkurrent. Das heißt: Ausschlaggebend ist in diesem Duell nicht die absolute, sondern die relative Performance. Hinter dem Ganzen verbirgt sich eine sogenannte marktneutrale Strategie, die immer dann Erfolg verspricht, wenn die Marktentwicklung richtungslos verläuft.

Angenommen, ein Anleger erwirbt ein Alphazertifikat, bei dem zwei Indizes, Index A und Index B, gegeneinander antreten. Mit dem Papier favorisiert der Anleger Index A. Steigt innerhalb des Vergleichszeitraums Index A um 20 Prozent, Index B aber nur um fünf Prozent, erhalten Anleger die Differenz von 15 Prozentpunkten als Ertrag ausgezahlt. Gewinne sind aber auch in fallenden Märkten möglich. Verliert Index B 20 Prozent an Wert, Index A aber nur fünf Prozent, erzielt der Anleger ebenfalls 15 Prozent Ertrag. Bei klassischen Alphazertifikaten entspricht die Differenz der Wertentwicklung von zwei Basiswerten dem Ertrag - vorausgesetzt, die Wette geht auf. Schneidet der favorisierte Wert im direkten Vergleich schlechter ab als der Vergleichstitel, verliert das Zertifikat an Wert.

Konkret sieht das so aus: Bei dem in der Tabelle aufgeführten Open End Dividend Alphazertifikat von Société Générale tritt der Euro Stoxx Select Dividend 30 Index gegen den Euro Stoxx 50 an. Anleger wetten mit dem Papier auf die Outperformance des Dividendenindex. Einmal jährlich, am 2. Juli, werden die Indizes miteinander verglichen. Schlägt der Dividendenindex den europäischen Leitindex, erhalten Anleger die Performance-Differenz ausbezahlt, abzüglich der Managementgebühr von 1,25 Prozent. Wird das Ziel nicht erreicht, kann das Papier entweder mit Verlust verkauft oder aber mit dem verminderten Kapital die Wette neu gestartet werden. Durch eine Gleichgewichtung, ein sogenanntes Rebalancing, fangen beide Indizes wieder bei null an.

Alphazertifikate werden häufig mit einer Expressstruktur ausgestattet mit dem Ziel, dass der favorisierte Basiswert zu einem bestimmten Stichtag den Vergleichswert schlägt. Gelingt das, erfolgt die Rückzahlung des Papiers, inklusive eines Zinskupons, vorzeitig. Andernfalls geht der Wettstreit in eine weitere Runde.

Ein Beispiel: Bei dem von der Commerzbank 2007 emittierten Alpha-Expresszertifikat tritt der DivDAX-Kursindex gegen den DAX-Performance-Index an, die Laufzeit beträgt vier Jahre. Der DivDAX enthält die 15 DAX-Titel mit der höchsten Dividendenrendite. Einmal jährlich wird die Performance-Differenz ermittelt. Schlägt der Dividendenindex an einem der ersten drei Bewertungstage den DAX, wird das Zertifikat vorzeitig fällig, und Anleger erzielen mindestens 16 Prozent Ertrag pro Jahr.


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Quelle: FMH-Finanzberatung