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07.11.2011
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Foto: Getty
Investor-Artikel

Devisenhandel

Power im Depot

von Stefan Mayriedl

Mit exotischen Optionsscheinen lässt sich im Devisenhandel ein attraktiver Mix aus Chance und Risiko basteln. Es gibt sogar eine kleine, treue Fangemeinde. Capital.de zeigt mögliche Strategien.

An den Devisenmärkten herrschen immer verrücktere Verhältnisse, die Schwankungsbreiten sind enorm. Allein beim Euro-/Dollar-Kurs, dem hierzulande meistbeachteten Währungspaar, waren seit Anfang 2010 folgende Wegemarken zu beobachten: Ausgehend von 1,43 Dollar fiel der Euro bis Juni 2010 auf 1,19 Dollar und bis November 2010 ging es wieder zurück auf 1,42 Dollar. Es folgte bis Januar 2011 ein Sturz auf 1,29 Dollar, dem sich bis Mai 2011 ein Anstieg auf 1,48 Dollar anschloss. Bis Anfang Oktober stürzte der Euro auf 1,31 Dollar und die seitherige Erholung reichte bereits wieder bis 1,39 Dollar.

Trader mögen an diesen Bewegungen eine wahre Freude haben. Doch auch für spekulativ eingestellte, gleichwohl strategisch denkende Derivateanleger tun sich Gelegenheiten mit gutem Chance-Risiko-Mix auf. Mit Capped-Discount-Zertifikaten, Inline-Optionsscheinen und Power-Optionsscheinen stehen die unterschiedlichsten Konstruktionen zur Verfügung. Vor allem die wenig bekannten Power-Optionsscheine können die Rendite deutlich aufpeppen.

Heiko Weyand, Zertifikateexperte bei HSBC Trinkaus, einem der beiden Emittenten dieser Variante der Gattung exotischer Optionsscheine, betont, dass die Power-Papiere eine kleine, aber treue Fangemeinde hätten und daher auch in Zukunft einen festen Platz im HSBC-Angebot behielten. Zumal sie insbesondere bei kurzer Restlaufzeit ihre Vorteile ausspielen.

Am Beispiel des ausgewählten EUR-/USD-Power-Put-Scheins soll die Auszahlungsstruktur erklärt werden. Die Short-Seite wurde gewählt, da der Euro um 1,40/1,41 Dollar auf eine massive charttechnische Widerstandszone trifft und zudem in der ersten Oktoberwoche von den Gleitenden Durchschnitten ein Verkaufssignal kam: Die 55-Tage-Linie durchschnitt die 200-Tage-Linie von oben.

Jedes Power-Optionsschein-Papier ist mit einer Basis und einem Cap ausgestattet, in diesem Fall bei 1,46 respektive 1,42 Dollar. Entscheidend für die Rückzahlungshöhe ist der Euro-Dollar-Stand am Beobachtungstag. Das ist bei dem ausgewählten Papier der 12. Dezember. Dann wird der Abstand in Cent zur Basis berechnet und ins Quadrat gesetzt. Der berechnete Wert kommt dann in Dollar zur Auszahlung, muss aber natürlich noch in Euro umgerechnet werden.

Notiert der Euro also idealerweise höchstens am 1,42er-Cap, dann besitzt der Power-Optionsschein einen Gegenwert von 16 Dollar (146 Cent minus 142 Cent gleich 4; 4 ins Quadrat gleich 16). Beim Kurs von 1,38 Dollar, der in der Tabellenspalte möglicher Gewinn angesetzt wurde, entspräche dies einem Euro-Kurs von 11,59 Euro und damit einem Gewinn von etwa 24 Prozent. Notiert der Euro am 12. Dezember bei 1,43 Dollar, kommt nur noch ein Gegenwert von 9 Dollar zur Auszahlung, umgerechnet also 6,29 Euro, was bereits erhebliche Verluste nach sich ziehen würde.


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Quelle: FMH-Finanzberatung