17.06.2010

Foto: Getty
Investor-Artikel

Devisen

Surfen auf der Euro-Welle

von Matthias Schmitt

Die Debatte um die Stabilität des Euro hat für Bewegung an den Devisenmärkten gesorgt. Gegen nahezu alle Währungen hat der Euro an Wert verloren. Einige Emittenten haben diese Gelegenheit genutzt und neue Produkte auf Währungsrelationen an den Markt gebracht.

Goldman Sachs bietet Anlegern, die von einem erneuten Verfall des Euro gegenüber dem Dollar ausgehen, eine Reverse-Express-Anleihe auf die Euro-Dollar-Relation. Ausgehend vom Wechselkurs am 18. Juni 2010 wird die Rückzahlungsschwelle festgelegt. Diese beträgt 95 Prozent des Euro-Dollar-Kurses.

Damit Anleger mit der Anleihe einen Gewinn erzielen, muss der Euro an einem der halbjährlichen Bewertungstage unter diese Rückzahlungsschwelle fallen. Wird diese verfehlt, läuft das Papier mindestens weitere sechs Monate, maximal bis Juni 2013. Parallel dazu erhöht sich die Rückzahlung um den Expresskupon. Dieser beträgt (indikativ) 6 Euro, mindestens jedoch 5 Euro. Im besten Fall kommt es im Juni 2013 zu einer Rückzahlung zu 136 Euro.

Stabilisiert sich der Euro und liegt an allen sechs Stichtagen oberhalb der Rückzahlungsschwelle, greift bei Fälligkeit ein Puffer: Notiert die Gemeinschaftswährung dann bei weniger als 120 Prozent seines Startwerts, erhalten Anleger den Nominalwert von 100 Euro je Reverse-Express-Zertifikat zurück. Kritisch wird es, wenn der Euro zu alter Stärke zurückfindet und am Laufzeitende mehr als 20 Prozent über seinem Ausgangsniveau steht. Dann verwandeln sich die Gewinne für Besitzer des Zertifikats in Verluste.

Weniger Risiko gehen Anleger mit dem neuen Win-win-Zertifikat der Deutschen Bank auf die Relation des Euro zum Schweizer Franken ein. Bei diesem Papier wird der Ausgangswert am 23. Juni 2010 fixiert. Wie hoch die Rückzahlung am Ende der Laufzeit im Juni 2015 ausfällt, hängt von der Wertentwicklung des Euro zum Schweizer Franken ab. Für jeden Prozentpunkt, den sich der Wechselkurs von seinem Ausgangswert entfernt, erhalten Anleger eine um einen Prozentpunkt höhere Rückzahlung. Dabei ist es unerheblich ob der Franken steigt oder fällt, es kommt lediglich auf die absolute Entwicklung an.

Das Papier eignet sich für Investoren, die mit deutlichen Schwankungen des Euro gegenüber dem Schweizer Franken rechnen, sich aber nicht auf eine Richtung festlegen wollen. Die Chancen dürften allerdings stark eingeschränkt sein. In den vergangenen fünf Jahren schwankte der Euro gegenüber der Schweizer Währung - ausgehend von einer Notierung bei 1,55 Franken - nur zwischen rund 1,67 und 1,37 Franken.

Um mit dem Win-win-Zertifikat mehr Rendite als mit einer klassischen Festzinsanleihe der Deutschen Bank zu verdienen, muss der Euro gegenüber dem Franken - bezogen auf den aktuellen Wechselkurs von 1,40 Franken - bei Fälligkeit entweder unter rund 1,18 oder über etwa 1,62 Franken liegen.


Kursinformationen + Charts

UnternehmenISIN
USD/EURUSD/EUR  Detailinformationen
CHF/EURCHF/EUR  Detailinformationen

Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel


Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Alle Zinsen auf einen Blick
Wo Sie günstig finanzieren können und welche Anbieter Sparern die höchsten Renditen bieten.
ProduktMittel-
wert
Spanne
Baugeld (10 Jahre fest)3,03%2,68-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,72%0,22-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,79%0,75-3,16%
Sparbriefe (4 Jahre)1,89%0,56-3,50%
Girokonto (Dispo)11,24%5,50-14,50%
Ratenkredite (36 Monate)6,96%4,70-11,61%
Quelle: FMH-Finanzberatung