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04.11.2011

Foto: Getty
Investor-Artikel

Bonuszertifikate

Teures Sicherheitspolster

von Matthias Schmitt

Neue Pro-Struktur senkt zwar das Risiko, reduziert aber auch die Renditechancen. Anleger sollten in jedem Fall auf die Bonität der Emittenten achten.

Die extrem starken Schwankungen am Aktienmarkt haben in den vergangenen Monaten viele Anleger ihrer Chancen auf attraktive Renditen bei Bonuszertifikaten beraubt. Denn bei dieser Produktstruktur geht die Bonuschance verloren, sobald der Kurs des Basiswerts nur ein einziges Mal während der Laufzeit eine bestimmte Barriere unterschreitet. Die Rückzahlung am Ende der Laufzeit erfolgt dann entsprechend dem Stand des Basiswerts. Zudem entgehen Anlegern bis zur Fälligkeit etwaige Ausschüttungen beim Basiswert.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat bei ihren neuen Index-Bonus-Pro-Zertifikaten die Gefahr eines Bruchs der Barriere deutlich reduziert. Bei diesen Papieren wird die Schwelle nicht während der gesamten Laufzeit, sondern nur am Fälligkeitstag betrachtet. Die Papiere von RBS unterscheiden sich damit von Bonus-Pro-Zertifikaten anderer Emittenten, bei denen in der Regel für die Betrachtung der Barriere ein Zeitraum von einem bis drei Monaten vor dem Bewertungstag herangezogen wird.

Die Betrachtung der Barriere nur am Ende der Laufzeit reduziert das Risiko für Investoren. Während bei den Klassikern die Bonuschance bereits durch einen kurzzeitigen, starken Kursrückgang beim Basiswert erlöschen kann, bleiben Anleger bei den Bonus-Pro-Papieren von RBS im Rennen. Erholt sich der Kurs des Basiswerts bis zur Fälligkeit wieder und steigt über die Barriere hinaus, erhalten Anleger mindestens den Bonuswert ausgezahlt. Liegt der Kurs am Ende sogar über dem Bonuswert, sind Anleger eins zu eins dabei.

Weniger Risiko bedeutet in der Regel aber auch weniger Chancen. So auch hier. Das zeigt sich besonders deutlich bei einem Vergleich von Bonus-Pro-Papieren mit klassischen Bonuszertifikaten (siehe Tabelle). Trotz eines um 400 Punkten höheren Bonuslevels kostet das normale Bonuszertifikat mit 22,95 Euro gut sechs Prozent weniger als eines der neuen Bonus-Pro-Papiere von RBS, das für 24,39 Euro zu haben ist.

Taucht der Euro Stoxx 50 während der Laufzeit kein einziges Mal unter die Barriere bei 1650 Punkten ab, erzielen Anleger mit dem klassischen Bonuszertifikat eine Rendite von mindestens 30,7 Prozent, da die Rückzahlung dann zu 30 Euro oder mehr je Zertifikat erfolgt. Bei der Pro-Variante beträgt der Gewinn nur mindestens 6,60 Prozent. Für das zusätzliche Sicherheitspolster zahlen Investoren also einen hohen Preis.

Zudem sollten Anleger wie bei allen Zertifikaten das Bonitätsrisiko beachten. Ob Bonus oder Bonus-Pro: Beide Male handelt es sich um Schuldverschreibungen des Emittenten.


© 2011 ftd

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Quelle: FMH-Finanzberatung