30.07.2010
Wer das Einzelwertrisiko ausschalten will, greift zum Index als Basiswert
Wer das Einzelwertrisiko ausschalten will, greift zum Index als Basiswert
Foto: Getty
Investor-Artikel

Bonuszertifikate

Rendite im Seitwärtstrend

von Stefan Mayriedl

Im ersten Halbjahr haben sich Bonuszertifikate sehr gut geschlagen. Viel spricht dafür, dass es so weitergeht. Wir zeigen vier Papiere mit dicken Sicherheitspuffern und einer jährlichen Rendite zwischen 13 und 17 Prozent.

Seit Herbst 2009 pendeln die Weltbörsen per saldo seitwärts. Wer in diesen Zeiten zweistellige Renditen erzielen will, ohne sich ein zu hohes Risiko aufzubürden, kann sein Glück mit ausgewählten Derivaten versuchen - zum Beispiel mit Bonuszertifikaten. Bei diesen Papieren ist den Anlegern eine attraktive Rendite sicher, solange der Basiswert nicht unter eine bestimmte Schwelle fällt. Die Zertifikate sind mit und ohne Gewinnbegrenzung (Cap) erhältlich.

Dass sich Bonuspapiere für das aktuelle Marktumfeld eignen, zeigt das erste Halbjahr. Eine deutliche Outperformance zum jeweiligen Basiswert zeige, dass die Papiere intelligente Instrumente seien, die Anlegern einen deutlichen Zusatzertrag bringen würden, schreiben die Derivateexperten der Raiffeisen Centrobank. Das österreichische Institut hat 2010 schon zum "Jahr der Bonuszertifikate" ausgerufen.

Zum gleichen Ergebnis kommt das Institut für Zertifikateanalyse in einem Bericht für den Branchenverband DDV: Demnach hat der DDV-Bonusindex den Euro Stoxx 50 im ersten Halbjahr um fast sechs Prozentpunkte geschlagen. In dieses Zertifikatebarometer fließen alle Bonuspapiere auf den Euro Stoxx 50 ein, die Gewichtung erfolgt anhand der tatsächlich am Markt investierten Volumina.

Die Tabelle zeigt vier Bonuszertifikate, die allesamt bis Mitte Juni 2011 laufen, mit recht dicken Sicherheitspuffern ausgestattet sind und eine jährliche Rendite zwischen 13 und 17 Prozent bringen. Wer das Einzelwertrisiko ausschalten will, greift zum Euro Stoxx 50 als Basiswert. Der Index notiert aktuell bei 2770 Punkten. Akzeptiert man eine Gewinnbegrenzung (Cap) bei 3000 Punkten, sind mit dem ausgewählten Zertifikat 13,8 Prozent Rendite per annum möglich, sofern der Index während der Laufzeit nie unter 1900 Zähler fällt. In diesem Jahrtausend wurde dieses Niveau lediglich zu den Höhepunkten der Börsenkrise, also im März 2003 und im März 2009 unterschritten - und zwar insgesamt an nur elf Tagen.

Während das Cap-Bonuszertifikat ein leichtes Abgeld aufweist, erfolgt der Einstieg bei dem Bonuspapier ohne Gewinnbegrenzung mit einem moderaten Aufschlag von 1,7 Prozent zum Euro Stoxx 50. Bei diesem Bonuszertifikat ist ein Plus von rund zwölf Prozent gesichert, wenn der Euro Stoxx bis Mitte Juni 2011 oberhalb von 2150 Zählern verharrt. Steigt der Index über das Bonusniveau von 3150 Punkten, nehmen Anleger eins zu eins an weiteren Gewinnen teil. Bei Einzelwerten lohnt sich ein Blick auf Eon und Munich Re - beide Aktien hinken dem DAX seit Jahresbeginn deutlich hinterher. Bei den ausgewählten Papieren zahlen Anleger ein moderates Aufgeld von sieben Prozent (Bonuszertifikat auf Eon) respektive zwei Prozent (Cap-Bonuszertifikat auf Munich Re). Die Puffer zu den unteren Schwellen betragen komfortable 25 Prozent.

Steckbrief

Zertifikat

ISIN

Basiswert

Laufzeit

Schwelle

Rendite p.a.

Cap-Bonus

DE000TB83EQ7

Euro Stoxx 50

24.06.2011

1900 Pkte.

13,8 %*

Bonus

DE000DZ0SNC6

Euro Stoxx 50

24.06.2011

2150 Pkte.

13,1 %**

Cap-Bonus

AT0000A0HV92

Munich Re

21.06.2011

80,00 €

15,8 %*

Bonus

DE000MS0C787

Eon

24.06.2011

17,00 €

12,5 %**

*) Maximalrendite p. a.; **) Minimalrendite p. a., solange die Schwelle hält; Quelle: Emittentenangaben; Stand: 27.7.2010


Quelle: ftd
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Quelle: FMH-Finanzberatung