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28.04.2011
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Auf dem Markt gibt es mehr als eine halbe Million Derivate
Auf dem Markt gibt es mehr als eine halbe Million Derivate
Foto: FTD/Brettscheider
Investor-Artikel

Bonuszertifikate

Faustregeln für den Derivatekauf

von Daniel Saurenz

Die Auswahl der passenden Zertifikate ist bei einem Markt von 600.000 Produkten nicht einfach. Ratings können helfen, aber auch in die Irre führen. Hilfreicher ist meistens, einfache Grundregeln zu beachten.

Bärenmärkte machen keinen Spaß. Weder den Banken noch den Privatanlegern. Bei Aktien, Fonds und ETFs zerlegt es den Kurs, bei Zertifikaten reicht der Discount nicht aus oder gehen die Bonusansprüche verloren. Umso besser, dass es seit etlichen Monaten wieder läuft. Der Umschlag bei Zertifikaten steigt schon allein deshalb, weil viele Papiere schneller an ihrer Obergrenze oder Bonusschwelle angelangt sind, als es sich die Anleger erhofft haben. Dazu sind die Preise attraktiver geworden, in vielen Bereichen sind die Konditionen gut wie nie.

Einzig die Orientierung ist schwieriger: Aus fast 600.000 Produkten gilt es, die Besten herauszusuchen. Denn nach wie vor überzeugen nicht alle Zertifikate, und der ein oder andere Emittent bastelt schon wieder an irrwitzigen Bezeichnungen und Auszahlungsprofilen. "Knapp 50 Prozent der Umsätze in Anlagezertifikaten beziehen sich aber auf Standardpapiere, die sechs Monate Laufzeit oder weniger haben.

Jährliche Rendite und Sicherheitspuffer als Vergleichswerte

"Beim niedrigen Zinsniveau sind diese kurz laufenden Zertifikate gesucht, um trotz des kurzen Horizonts noch eine gute Rendite erzielen zu können. Sehr beliebt sind solche, die einen Cap beinhalten wie Discounts oder Bonuspapiere und in wenigen Monaten drei bis vier Prozent Rendite ermöglichen", sagt Toublanc. Unter den derivativen Anlageprodukten machen die Gruppen Bonuspapiere, Discounts und Aktienanleihen mit insgesamt 95 Prozent den Löwenanteil aus.

Ein solider Wegweiser ist bei der Auswahl der Bonuszertifikate die annualisierte Bonusrendite. "Zum Vergleich aller Zertifikatearten kann die jährliche Rendite und auch der jeweilige Sicherheitspuffer herangezogen werden", sagt Heiko Weyand, Zertifikateexperte bei HSBC Trinkaus. Läuft der Markt nach oben, verlieren manche Investoren aber das Verhältnis von Bonusrendite und Preis des Zertifikats aus den Augen. Das kann sich rächen, wenn es wieder einmal nach unten geht. Dann kann die Bonusbarriere reißen und damit aber nicht nur der Bonusanspruch, sondern auch das sogenannte Aufgeld verloren sein.

Bei der Auswahl kann ein Rating helfen - jedoch nicht immer. Beim System der European Derivatives Group (EDG) werden die Produkte nach Risikoklassen geordnet. Der Anleger erhält über ein Sternesystem eine Qualitätseinschätzung des Produkts. Die EDG führt für jedes Zertifikat eine Qualitätsbewertung durch, die von Struktur und Basiswert des Zertifikats unabhängig ist.

Im zweiten Schritt wird eine Risiko-/Nutzen-Relation (Risiko-Fit) zwischen dem Produkt und den Risikopräferenzen eines Investors ermittelt. Die Qualitätsbewertung und der Risiko-Fit addieren sich dann zum Gesamturteil eines Zertifikats. Das Rating wird zweiwöchentlich aktualisiert. Die grundlegende Qualität eines Zertifikats wird über die vier Bestandteile Kosten, Handel (Liquidität), Bonität und Informationsbereitstellung des Emittenten bewertet. Die Gewichte fallen allerdings für Anlage- und Hebelprodukte unterschiedlich aus.


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Quelle: FMH-Finanzberatung