Empfehlen Als E-Mail verschicken Facebook Twitter XING Drucken
13.05.2011
Seite  1 | 2


Foto: Bloomberg
Investor-Artikel

Agrarrohstoffe

Dürre und Ratlosigkeit treiben den Weizenpreis

von Frank Bremser

Der ausbleibende Regen ist derzeit Hauptthema an den Warenterminmärkten für Getreide. Die heftigen Preisschwankungen erklärt das Wetter alleine allerdings nicht. Ein angesehener Experte sieht bereits eine Preisblase wie einst am Neuen Markt.

Die Inflation in Europa zieht an, vor allem getrieben von hohen Rohstoffpreisen. Neben dem im Inflationskorb schwer gewichteten Benzin sind es vor allem die Nahrungsmittel, die für den Preisschub mit verantwortlich sind. Die Preise für die Grundstoffe dafür, die Agrarrohstoffe, präsentieren sich dabei derzeit schwankungsanfällig - wenn auch mit einer grundsätzlichen Tendenz nach oben. So ist der S&P Goldman Sachs Agricultural Commodity Index ist zwischen Juni 2010 und Februar 2011 um mehr als 90 Prozent gestiegen. Anfang Februar markierte der Weizenpreis ein Drei-Jahreshoch, um bis Mitte März wieder um ein Viertel abzusacken.

Während aber in den westlichen Industriestaaten die Preiserhöhungen dem Verbraucher nur einen kleinen Teil des Einkommens abzwacken, können sie in Schwellenländern verheerende Auswirkungen haben. Neben hohen Weltmarktpreisen spielen hier auch noch anderer Faktoren eine Rolle: Nahrung wird knapp aufgrund des Klimawandels, aufgrund des steigenden Bedarfs an Biosprit, der gerne aus Mais gewonnen wird und wegen der Zunahme des weltweiten Fleischkonsums. Denn für die Produktion von einem Kilogramm Fleisch wird ein Vielfaches davon an Futtergetreide benötigt. All dies führt zu steigenden Preisen. Schon 2008 warnte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor Kriegen um Lebensmittel.

Und auch aktuell zeigt die Preisentwicklung nach oben. Zwar haben im Zuge des jüngsten Abverkaufs an den Rohstoffmärkten auch die Notierungen der wichtigsten Agrarrohstoffe Weizen, Mais und Soja etwas gelitten. So sank etwa der Weizenterminkontrakt am Chicago Board of Trade (CBOT) auf ein Sechswochentief von 7,35 Dollar je Scheffel (27,2 kg).

Angefeuert hatte den kurzzeitigen Preisverfall die Angebotsschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA). Die Behörde war ausnehmend optimistisch, ein Optimismus, den die meisten Marktbeobachter jedoch nicht teilen. So hatte das USDA etwa einen Anstieg der EU-Weizenernte in diesem Jahr um knapp 3 Millionen auf 138,6 MillionenTonnen prognostiziert. Das französische Agraranalysehaus Strategie Grains hat im Gegensatz dazu seine Ernteprognose aufgrund der Trockenheit in den westlichen EU-Ländern um 3,6 Millionen auf 131,5 Millionen Tonnen nach unten revidiert. Für Mais erwartet die Behörde sogar eine Rekordernte, was angesichts der aktuellen Trockenheit ebenfalls von Marktbeobachtern bezweifelt wird. Die Analysten der Commerzbank kommentieren die Schätzungen des USDA mit den Worten: "Die aktuelle Prognose des USDA dürfte daher den günstigsten aller Fälle darstellen, so dass in den kommenden Monaten mit Abwärtsrevisionen zu rechnen sein dürfte." Zudem gehen die Analysten davon aus, dass die Ernte der Saison 2010/11 niedriger ausfallen wird als im Vorjahr und von der globalen Nachfrage um gut 15 Millionen Tonnen übertroffen werden wird.


Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel


Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Alle Zinsen auf einen Blick
Wo Sie günstig finanzieren können und welche Anbieter Sparern die höchsten Renditen bieten.
ProduktMittel-
wert
Spanne
Baugeld (10 Jahre fest)2,79%2,53-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,44%0,19-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,51%0,50-3,00%
Sparbriefe (4 Jahre)1,65%0,45-3,25%
Girokonto (Dispo)11,03%5,50-13,81%
Ratenkredite (36 Monate)6,82%4,33-11,99%
Quelle: FMH-Finanzberatung