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30.08.2010
Der Lebens- und Krankenversicherungsverein der Continentale fusionieren
Der Lebens- und Krankenversicherungsverein der Continentale fusionieren
Foto: Getty

Vereinfachung

Continentale baut um

von Herbert Fromme, Gerhard Hegmann

Der Versicherer wird künftig von einer Obergesellschaft geführt statt von zwei Versicherungsvereinen. Eine neue Aktiengesellschaft für das Lebensgeschäft soll Tochter des Krankenversicherers der Continentalen werden. Auch der Direktversicherer Europa bekommt eine neue Struktur.

Der Dortmunder Versicherer Continentale baut nach Informationen der Financial Times Deutschland seine Struktur um. Ziel ist eine radikale Vereinfachung, außerdem soll die neue Aufstellung steuerlich günstiger sein. In Versicherungskreisen hieß es, Arbeitsplätze und Standorte seien nicht betroffen. Das Unternehmen wollte nicht Stellung nehmen.

Die Continentale, mit Beitragseinnahmen von 2,6 Mrd. Euro ein mittelgroßer Konzern, wird bislang von zwei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit geführt. Sie haben keine Aktionäre, sondern gehören ihren Kunden. Die beiden Obergesellschaften Continentale Krankenversicherung in Dortmund und Continentale Lebensversicherung in München können als Vereine nicht finanziell verflochten sein. Sie sorgen über einen Kooperationsvertrag und ein gemeinsames Management für ein einheitliches Auftreten.

Viele deutsche Versicherer, die von Vereinen geführt werden, haben diese Struktur als sogenannter Gleichordnungskonzern. Sie erweist sich aber zunehmend als unflexibel. Vereine wie HDI/Talanx und Gothaer haben sich mit Zwischenholdings bereits neu aufgestellt.

Continentale-Chef Rolf Bauer geht jetzt einen anderen Weg. Er fusioniert den Lebens- auf den Krankenversicherungsverein. Dann steht nur noch eine Gesellschaft an der Spitze. Weil aber ein Krankenversicherer nicht gleichzeitig das Lebensgeschäft betreiben darf, wird der Bestand von 668.000 Verträgen mit den entsprechenden Kapitalanlagen auf einen neuen Lebensversicherer übertragen. Die neue Aktiengesellschaft soll eine hundertprozentige Tochter des Krankenversicherers werden und behält München als Sitz.

Per Satzungsänderung will die Obergesellschaft einführen, dass alle heutigen Mitglieder des Lebensversicherungsvereins auch Mitgliedsrechte beim Krankenversicherer haben. Sonst käme die Bestandsübertragung auf eine AG ihrer Enteignung gleich.

Auch bei der Direktversicherungstochter Europa in Köln ändern die Dortmunder die Struktur. Die Europa Kranken fusioniert mit der Europa Versicherung. Der Krankenversicherer hatte die wichtigsten Bestände schon an die Continentale Kranken abgegeben, zurzeit betreibt er nur noch die Auslandsreiseversicherung. Das darf auch die Europa Versicherung.


Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

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