Allein beim Branchenriesen Allianz Leben haben knapp 200000 Riester-Sparer ihre Zuschüsse für 2006 noch nicht abgeholt, beim Volkswohl Bund sind es immerhin 9000 Versicherte.
Die Zulagen für das Jahr 2006 müssen Kunden noch bis Ende Dezember 2008 beim jeweiligen Anbieter – also Bank, Fondsgesellschaft oder Versicherer – beantragen. Sie betragen bei einem Sparer mit zwei Kindern bis zu 390 Euro. „Wir sehen in der Beratungspraxis oft Verträge, auf denen Zulagen fehlen“, bestätigt Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Der Aufwand lohnt aber, vor allem neuerdings: Für Kinder, die ab diesem Jahr geboren wurden, schreibt der Staat jährlich statt 185 bis 300 Euro gut. In fünf Jahren bringt das 1500 Euro – und damit einen ordentlichen Zuschuss zur Rente, vor allem für Familien mit durchschnittlichem oder geringem Verdienst.
Gutverdiener profitieren allerdings ebenfalls von den Zulagen, vor allem aber von der zusätzlichen Steuererstattung. „Doch selbst die verschenken manche, weil sie bei der Steuererklärung das Formular AV vergessen“, konstatiert Verbraucherberater Gernt. Er rät: „Den Riester-Vertrag im Auge behalten: Am besten einmal jährlich, wenn die Standmitteilung kommt, Zulagen und Steuerboni checken.“
Wer seine Zulage für 2006 noch abholen will, bestellt beim Anbieter gleich einen Dauer-Zulagenantrag. Dann läuft das Verfahren automatisiert – und es kommt künftig nur noch darauf an, an eventuelle Änderungen wie Familienzuwachs oder ein Gehaltsplus zu denken.
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