22.06.2010
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Zu den Aufgaben eines Family-Office gehören beispielsweise eine durchdachte Nachfolgeregelung.
Zu den Aufgaben eines Family-Office gehören beispielsweise eine durchdachte Nachfolgeregelung.
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Investor-Artikel

Vermögensverwaltung für Familien

Wohin mit den geerbten Milliarden?

von Gerd Hübner

Die Rockefellers in den USA oder die Krupps und die Flicks in Deutschland gingen als Unternehmens- und Gelddynastien in die Geschichte ein. Das Erbe musste für nachfolgende Generationen klug angelegt werden. Ein spezieller Anlageservice entstand.

Die Zeit der Industrialisierung war auch die Zeit des Aufstiegs amerikanischer Unternehmerfamilien. Die Rockefellers, die Vanderbilts - sie brachten es in dieser Zeit zu märchenhaftem Reichtum. Doch die Entstehung großer Familienvermögen brachte auch eine neue Herausforderung mit sich: Das Vermögen musste verwaltet und betreut werden, sodass dessen Kaufkraft erhalten bleibt, auch für nachfolgende Generationen.

Es war Henry Phipps, dessen Familie an der Carnegie Steel Company beteiligt war, der sich als einer der ersten dieses Problems annahm. Er gründete im Jahr 1907 den Bessemer Trust, eine Gesellschaft, deren Zweck darin bestand, das Vermögen seiner Familie zu managen, zu verwalten und zu erhalten.

Es ist ein Konzept, das es bis heute gibt, und das derzeit in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Es sind sogenannte Family-Offices. Dahinter verbergen sich Gesellschaften, die das Geld sehr vermögender Privatkunden, häufig Unternehmerfamilien, verwalten, und deren Serviceangebot über das einer reinen Vermögensverwaltung weit hinausgeht.

"Ein Family-Office", sagt Peter Schaubach, Leiter des Center for Family Office (CFFO) an der European Business School, "muss alles umfassend im Blick haben und darf sich nicht nur auf einen Bereich konzentrieren." Es ist ein Konzept, das neben der Verwaltung des monetären Vermögens auch, wie Schaubach es nennt, das "Human- und Sozialvermögen umfasst."

Es geht also nicht allein um das Management eines Aktienportfolios, vielmehr geht es um die oftmals komplexen Wechselwirkungen zwischen der Familienunternehmung, dem Privatvermögen sowie den steuerlichen und rechtlichen Gegebenheiten.

Zu den Aufgaben eines Family-Office gehören beispielsweise eine durchdachte Nachfolgeregelung, es geht um Vererben, Schenkungen, um Tradition und Familienwerte. Gefragt sind aber auch spezielle Dienstleistungen, wie etwa Hotels zu buchen, Eintrittskarten für die Oper zu organisieren oder die Suche nach einem Praktikumsplatz oder die passende Universität für den Nachwuchs.

Es ist eine Aufgabe, die Fähigkeiten erfordert, die Kurt von Storch, der das Family-Office der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch leitet, mit denen eines Zehnkämpfers vergleicht. "Ein Spezialist wird zwar in vielen Disziplinen besser sein als ein Zehnkämpfer, dieser beherrscht aber alles vergleichsweise gut, seine Paradedisziplin sogar sehr gut, und er ist damit der König der Leichtathleten."


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Quelle: FMH-Finanzberatung