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23.08.2010
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Erst wenige Monate ist es her, da machten Versicherer den Banken bei Tages- und Festgeld ernsthafte Konkurrenz
Erst wenige Monate ist es her, da machten Versicherer den Banken bei Tages- und Festgeld ernsthafte Konkurrenz
Foto: Getty
Investor-Artikel

Tages- und Festgeldkonten

Offensive wird zur Defensive

von Martin Reim

Bei ihrem Angriff auf Tages- und Festgeldangebote der Banken geht den Versicherern die Puste aus. Viele Angebote sind unattraktiv geworden oder die Gesellschaften haben sie aus ihrem Programm genommen. Einen Zusammenhang mit dem Druck der Finanzaufsicht sehen die Versicherer nicht.

Erst wenige Monate ist es her, da machten Versicherer den Banken bei Tages- und Festgeld ernsthafte Konkurrenz. Mittlerweile sind viele dieser sogenannten Kapitalisierungsprodukte unattraktiv oder komplett gestrichen. Wie eine Umfrage von Börse Online unter Anbietern zeigt, liegt Cosmosdirekt mit seiner Offerte Tagesgeld Plus noch am weitesten vorn. Hier beträgt die Verzinsung jährlich 1,75 Prozent, nur wenige Banken bieten bessere Konditionen. Allerdings waren bei dem Direktbroker im Frühjahr noch 2,1 Prozent zu holen.

Die Versicherer hatten die Kapitalisierungsprodukte ursprünglich eingeführt, um Mittel aus auslaufenden Policen im eigenen Haus zu halten. Eine Reihe von Unternehmen hatte dies auf externe Interessenten ausgeweitet - mit zeitweise hochinteressanten Konditionen. So lag das Maxi-Zins-Festgeld von Ergo Direkt im März bei Angeboten mit zwölf Monaten Laufzeit an der Spitze. Inzwischen ist bei dem Direktversicherer gar nichts mehr zu holen. Sämtliche Offerten bei Tages- und Festgeld sind gestrichen. Nach Angaben einer Sprecherin habe nur eine bestimmte Menge Geld zur Verfügung gestanden, die Summen seien nun ausgeschöpft.

Bei den aktuell gültigen Offerten gähnt hinter Cosmosdirekt eine große Lücke. Die 1,4 Prozent, welche die Allianz für Dreimonatsgeld namens Parkdepot bietet, sind zwar ganz ordentlich, aber keinesfalls eine Spitzenleistung. Auch die 1,7 Prozent, die mit dem Parkdepot der Aachen-Münchener zu holen sind, werden von einem guten Dutzend Kreditinstitute getoppt. Die Offerte ist eine Mischung aus Monats- und Jahresgeld: Mindestens 5000 Euro müssen für ein Jahr fest angelegt werden, der Rest steht monatlich für Abhebungen zur Verfügung.

Mehr drin ist bei Versicherern, die sich mit ihren Angeboten nur an ihre Bestandskunden wenden. Zwar ging es auch hier bei fast allen Konditionen in den vergangenen Monaten nach unten, doch werden bei Swiss Life immerhin noch 2,75 Prozent aufgerufen; ab 1. Oktober sinkt dieser Wert allerdings auf zwei Prozent. Nur, so viel zahlt Provinzial Rheinland schon jetzt. Zurich will seine attraktive Rate von 2,50 Prozent bis auf Weiteres halten. Doch leiden die Offerten für Bestandskunden ebenso an Auszehrung wie jene für Neukunden. So teilte die Axa mit, dass ihre Tranche für Bestandskunden vor Kurzem ausgelaufen sei. Ein Angebot für Neukunden wurde bereits vor einigen Monaten beendet.


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Quelle: FMH-Finanzberatung