Neues Auto für den Vater oder den alten Wagen weiterfahren? Diese Frage stellen sich Eltern künftig häufiger, wenn sie an das Studium ihrer Kinder denken. Bereits heute kostet eine Hochschulausbildung durchschnittlich 42.000 Euro. Im nächsten Jahr kommen an vielen Universitäten pro Semester zusätzlich mindestens 500 Euro Studiengebühren hinzu. "Bildungssparen steckt in Deutschland noch in den Anfängen", sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Derzeit kann nur knapp jeder siebte Student auf Sparguthaben zurückgreifen. Für diese Vorsorgelücke haben Vermittler die scheinbar perfekte Lösung parat: eine Ausbildungsversicherung.
"Die Policen sind unflexibel und in den meisten Fällen unrentabel", sagt der unabhängige Stuttgarter Versicherungsberater Karl Eberhardt. Spart etwa ein Vater oder Großvater für den dreijährigen Zögling 15 Jahre lang monatlich 150 Euro, verspricht die Police eines Spitzenversicherers nach Steuern rund 33.500 Euro. Wer statt dessen einen Top-Fondssparplan wählt, kann fast ein Drittel mehr erreichen.
Rendite-Check. "Eigentlich ist die Produktauswahl groß genug, um den unterschiedlichen Vorstellungen der Sparer von Rendite, Sicherheit und Flexibilität genüge zu tun", erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wegen der hohen Provisionen überreden Vermittler Eltern wie Großeltern jedoch häufig zu Ausbildungsversicherungen. Sie funktionieren wie Kapitallebenspolicen. Einziger Unterschied: Die Gesellschaft zahlt die vereinbarte Summe nicht, wenn der Versicherungsnehmer stirbt, sondern am Ende der Laufzeit. Bei Tod des Versicherten läuft der Vertrag beitragsfrei weiter.







