23.07.2010
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Riestern ist der beliebteste Weg, für das Alter zu sparen - die Produkte sind bislang undurchschaubar
Riestern ist der beliebteste Weg, für das Alter zu sparen - die Produkte sind bislang undurchschaubar
Foto: Getty
Investor-Artikel

Riester-Rente

Forscher schlagen Alarm

von Martin Reim

Eine Studie zeigt, dass viele Riester-Informationen sehr undurchsichtig sind. Zudem bemängeln Experten die oft nur schwer zu erkennende Kostenstruktur. Jetzt sinnt das Finanzministerium auf Abhilfe.

Eine Studie im Auftrag des Bundesfinanzministeriums empfiehlt ein einheitliches Informationsblatt für Riester-Verträge. Insbesondere bei den Kosten bei dieser Form der staatlich geförderten Altersvorsorge sei mehr Transparenz nötig, meinen die Experten. Sie fordern die standardisierte Angabe von Kennzahlen, welche Abzüge in der Einzahlungsphase die Rendite drücken und im Ruhestand die Auszahlungen vermindern. Aus Kreisen des Ministeriums verlautete, Ende August werde über die Konsequenzen aus der Untersuchung entschieden.

Der Auftrag für das Papier stammt von Anfang dieses Jahres, nachdem sich der Eindruck verdichtet hatte, dass viele Riester-Policen überteuert sind. So hatte eine Reihe von Untersuchungen gezeigt, dass die Kosten oft die staatlichen Zulagen auffressen.

Riester-Produkte sind die beliebteste Form der staatlich geförderten Altersvorsorge. Es gibt mehr als 13 Millionen Verträge, Tendenz weiter steigend. Am beliebtesten sind Versicherungen, gefolgt von Fondssparplänen, Banksparplänen und dem sogenannten Wohnriester, der im Wesentlichen aus Bausparverträgen besteht. Der Clou für die meisten Kunden sind die staatlichen Zulagen.

Gestrüpp an Vorschriften sorgt für Verwirrung

Die aktuelle Studie stammt vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das mit dem Marktforschungsinstitut Infas und dem Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen kooperiert hat. Die Forscher untersuchten die Qualität der derzeitigen Riester-Informationen – mit enttäuschenden Resultaten: "Es werden unterschiedliche Angaben zu Kosten und Renditen innerhalb eines Angebots gemacht, die für den Verbraucher oft verwirrend sind."

Oft würden Kosten durch prozentuale Angaben pro Monat als unbedeutend dargestellt oder auf verschiedene Parameter mit unterschiedlichen Bezügen verteilt. Außerdem führe die Vielzahl an nicht abgestimmten Vorschriften und die Komplexität der Produkte dazu, dass dem Anleger äußerst umfangreiche Informationen übergeben werden müssten. Ergebnis: "Das Ziel der Schaffung von Kostentransparenz beim Vorsorgesparer wird weitgehend verfehlt."

Anzumerken ist, dass bei Versicherungen seit einer Gesetzesreform im Jahr 2008 ein Kostenausweis zwingend ist. Allerdings lassen die Regeln einigen Spielraum für die Anbieter. So werden bei fondsgebundenen Versicherungen die Umschichtungskosten innerhalb der Fonds oft verschwiegen.


Was die Leser sagen

Rolf-Peter Falk
14.08.2010 | 12:41
Forscher schlagen Alarm / Riester Sparpläne

Wie kann man nur so bedingungslos den Ausführungen der Verbraucherzentrale vertrauen? Dass Riesteranlagen sehr kostenaufwendig sind sollten die wissen, die sich mit dem Produkt, aus beruflichen Gründen, auseinandersetzen müssen. Diese Transparenz, von der immer geredet wird, geht mir auf die Nerven. Die Riesterverträge unterliegen in ihrer Laufzeit so vielen Veränderungen, dass eine genaue Kostenvoraussage von Anfang bis Ende gar nicht möglich ist. Sicher ist die bAV in den allermeisten Fällen deutlich besser. Die Banken machen es da raffinierter, wie alles in ihrem Geschäft. Man beginnt mit 1% Zins, schon sind die Kosten drin und keiner kritisiert diese Frechheit. Sie sind eben noch verschlagen wenn es ums Geld geht.
Warum redet von diesen Praktiken niemand konkreter? Private Sparpläne sind immer besser als staatliche Pläne. Der Staat weiss um die Gefahren der Demographie und schichtet auf Kapital um. Höchste Zeit, wenn nicht schon zu spät. Lest map-report und werft den Verbr.Schutz in den Müll. Der taugt aber gleich gar nichts.

Hartmut Joerger
26.07.2010 | 19:53
Schrott ohne Abwrackprämie

Kann mich den vorherigen Kommentatoren nur anschließen, vor allem dem von Finanzschrauber.
Als unabhängiger Unternehmensberater biete ich dieses Interessen-Konglomerat, welches die Politik mit den Finanz Gurus entworfen hat, keinem meiner Kunden an.
Vielleicht kommt ja irgendein politischer Steuer-Erhöhung- und Subventionsvordenker irgend wann auf die Idee dafür eine Abwrackprämie zu kreieren?
Dafür braucht es eine Lobby. Und diese Lobby der Übervorteilten wächst ja kontinuierlich, wie dem Bericht von Martin Reim zu entnehmen ist.

Eberhard Stopp
26.07.2010 | 13:45
Korrektur zum vorherigen Beitrag - Ampelcheck

Bernd hat teilweise Recht, auf Seite 16 des Ampelcheck steht unter Kapital- Lebensv. - auch Riester Versicherung: Geeignet für Altersvorsorge: NEIN.
Aber warum Riester als Sparplan u. Fondssparplan nach Meinung der VbZ Hamburg für die Altersvorsorge geeignet sein soll, kann ich nicht erkennen. Garantiert ist auch dort- dass nichts garantiert ist, wenn der Garantiegeber in Insolvenz geht und der Staat haftet nicht, obwohl der Staat ja Steuergelder ( Förderung) an die Produktanbieter zahlt. Nicht verfügbares Vermögen ist kein Vermögen mehr! Und die Privatisierung der Altersvorsorge nützt dem Kunden am wenigsten- der Kunde trägt das Risiko. Aus der Finanzkrise hat die Politik und die Banken nichts gelernt- man will auch nicht.

E. Stopp
26.07.2010 | 13:26
Riester _ R Ente = Volksverdummung

Die Riester R Ente gehört abgeschafft, wie die Rürup R Ente. Beide Produkte sind für die Finanzwirtschaft ( Umsatz / Gewinn, den Arbeitgeber (muss nichts zuzahlen) und den Staat ( Anrechnung bei Grundversorgung) gemacht, nicht für den Kunden. Jeder Fachmann weiss, dass es nicht nur die hohen intransparenten Kosten sind, sondern noch viel schlimmer ist, das die Kundengelder nicht sicher sind. Die Rendite tendiert gegen Null! Und an Bernd: Es ist falsch, VBz Hamburg hat im Ampelcheck den Riestr - Fondssparplan und Riester-Sparplan und unter Kapital - Lv auch Riesterverträge als geeignet für die Altersvorsorge deklariert.!!! Dessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Die Privatisierung der Altersvorsorge ist der falsche Weg und wird zu noch größerer Altersarmut führen. Es ist Volksverdummung pur.
Ich bin übrigens von Beruf Versicherungsmakler und verkaufe diese Schrot-Produkte nicht. Das tue ich meinen Mandanten nicht an.

Der Finanzschrauber
26.07.2010 | 13:23
Mehr Transparenz wäre zwingend geboten

Schließlich wurde die Riester-Rente als Ausgleich für Kürzungen bei der gesetzlichen Rente entwickelt. Wenn der Staat schon durch Einschnitte bei der gesetzlichen Rente mehr eigene private Vorsorge erzwingt, dann hat er auch dafür zu sorgen, dass vernünftige Produkte am Markt verfügbar sind.

Bernd
26.07.2010 | 12:49
Riesterrenten im Vergleich

Der Artikel, welche Risterrente besser ist oder welche Bestimmungen zur Transparenz es geben soll, erübrigt sich. Lt. "Ampelcheck Geldanlage" der Verbraucherzentrale Hanburg ist der Riesterversicherungsvertrag für eine Altersvorsorge nicht geeignet.

(Kommentare 1-6 von 6)

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Quelle: FMH-Finanzberatung