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26.03.2011
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Versicherungen suchen verdächtige Kunden
Versicherungen suchen verdächtige Kunden
Foto: FTD-Grafik/Klaas Neumann
Investor-Artikel

Neues Auskunftssystem

Schneller auf die schwarze Liste

von Anja Krüger

Die Versicherer haben ihr Hinweis- und Informationssystem neu aufgestellt, mit dem sie Versicherungsbetrügern auf die Schliche kommen wollen. Verbraucher können die Daten jetzt zwar abrufen, aber sie kommen auch zügiger in die Verdächtigen-Datei.

Die Versicherer haben die Kriterien erweitert, nach denen sie Kunden auf ihre schwarze Liste für potenzielle Versicherungsbetrüger setzen können. Sie erfassen jetzt auch Kunden, die in der Sachversicherung drei Schäden in 24 Monaten melden. "Das ist eine erhebliche Ausweitung", sagte Lars Gatschke, vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Am 1. April 2011 nimmt die Assekuranz ihr neues Hinweis- und Informationssystem (HIS) in Betrieb, das Versicherungsbetrüger enttarnen soll. Früher erhielten die Versicherer zu diesem Zweck eine CD-ROM mit den Daten verdächtiger Kunden. Datenschützer hatten dieses Vorgehen harsch kritisiert.

Künftig gibt es eine Auskunfttei, an die sich die Sachbearbeiter der Versicherer online wenden können. Die Auskunftei wird von der Firma Informa Insurance Risk and Fraud Prevention betrieben, die eigens zu diesem Zweck gegründet wurde. Mitarbeiter der Versicherer melden Verdächtige oder stellen gezielt Anfragen an die Auskunftei. Dabei können sie jeweils nur auf eine Sparte zugreifen. "Kundenprofile können nicht erstellt werden", sagte Thomas Lämmrich, Projektleiter HIS beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Datei enthält keine Gesundheitsangaben über die Kunden.

Den Versicherern entstehen jährlich Schäden in Milliardenhöhe

Eine Anfrage kostet die Versicherer zwischen 4 und 15 Cent, je nach Anzahl der Fragen. Kleinere Versicherer zahlen eine jährliche Pauschale in Höhe von 1800 Euro. Die Daten sind für Unternehmen anderer Branchen nicht zugänglich, auch nicht für die privaten Krankenversicherer. Sie beteiligen sich nicht an dem System.

Für die Assekuranz ist Versicherungsbetrug ein erhebliches Problem. Nach Angaben des GDV entsteht der Branche jährlich durch fehlerhafte, unwahre, unvollständige oder in betrügerischer Absicht gemachte Angaben ein Schaden von 4 Mrd. Euro. Dem stehen Beitragseinnahmen von beispielsweise rund 180 Mrd. Euro im Jahr 2010 gegenüber. Schätzungen des GDV zufolge steckt hinter jeder zehnten Schadenmeldung ein Betrug. Die am häufigsten von vorgetäuschten Schäden betroffenen Sparten sind Autohaftpflicht und Hausrat.


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Quelle: FMH-Finanzberatung