Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa sorgt sich wegen des Zinstiefs um die Anlagemöglichkeiten der Lebensversicherer. Angesichts sehr lang laufender Verträge gebe es in einem andauernden Niedrigzinsumfeld "erhebliche Wiederanlagerisiken", sagte Eiopa-Chef Gabriel Bernardino der "Börsen-Zeitung" (Freitag). Im Moment prüfe die Behörde, wie sich das Zinsumfeld auf die größten Lebensversicherer auswirkt. Die Aufseher wollen wissen, wo sich "die Schwachstellen befinden". Außerdem versuche die Behörde von den Aufsehern in Japan zu lernen, die schon seit vielen Jahren in einem solchen Umfeld agierten. Bei der griechischen Schuldenkrise zeigte sich Bernardino indes entspannter. Er habe keine Informationen, aus denen er schließen könne, dass ein kompletter Zahlungsausfall des Landes nicht verkraftbar wäre.
Versicherer legen hohe Summen in Staatsanleihen an und gehören dabei zu den wichtigsten Investoren. So hatte etwa Europas größter Versicherer Allianz zur Jahresmitte mehr als 7 Mrd. Euro in Staatspapieren von Griechenland, Portugal, Irland und Spanien angelegt. Davon entfielen fast 800 Mio. auf Griechenland.
Mehr Informationen stellt der Eiopa-Chef für den Stresstest der Behörde im kommenden Jahr in Aussicht. Der Test solle "auf jeden Fall transparenter werden", sagte er der Zeitung. Was die Anwendung des künftigen Regelwerks "Solvency II" angeht, spricht sich Bernardino für eine einjährige Übergangszeit aus, in der zwar schon nach dem neuen System gemessen, aber noch nicht bestraft werden soll.
Quelle: ftd.de
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