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09.09.2010
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Die Leistungen der privaten Krankenkassen gelten als die besten
Die Leistungen der privaten Krankenkassen gelten als die besten
Foto: Getty
Investor-Artikel

Krankenversicherung

Wann der Wechsel zur privaten Versicherung lohnt

von Anne-Christin Gröger

Die Regierung heizt den Wettbewerb im Gesundheitssystem an und erleichert den Wechsel von den gesetzlichen Kassen zu den privaten Versicherern. Wir zeigen, wer von einem Umstieg profitiert.

Gesundheitsminister Philipp Rösler will den Wettbewerb zwischen privaten Krankenversicherern (PKV) und den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ankurbeln. Arbeitnehmer sollen es künftig wieder leichter haben, in die PKV zu wechseln.

Seit 2007 können sich Angestellte erst dann privat versichern, wenn sie länger als drei Jahre nacheinander mehr als 49.950 Euro jährlich verdienen. Rösler will diese Frist auf ein Jahr verkürzen. Darüber hinaus prüft die Koalition, wie sie PKV und GKV einander annähern kann. Während die Politik noch diskutiert, ob private Anbieter künftig stärker mit den Kassen kooperieren können, ist die verkürzte Wartefrist schon beschlossene Sache.

Der leichte Wechsel scheint für viele gut verdienende Erwerbstätige verlockend. Schließlich gelten die privaten Kassen allgemein als die Anbieter, die ihren Kunden umfassendere und großzügigere Leistungen bieten als die gesetzlichen, bei denen die Versicherten seit Jahren immer mehr selbst bezahlen müssen. "Die Kassen übernehmen immer weniger Kosten für ihre Versicherten", sagt Clemens Keller, Leiter des Bereichs Krankenversicherung beim Vertrieb MLP.

Gesetzlich Versicherte sollten den Wechsel dennoch gut abwägen. Denn nicht immer sind die Tarife der Privaten besser als die der Kassen. Gerade bei Angestellten mit Familie punktet die GKV mit Leistungen, die private Anbieter nicht im Katalog haben.

Größter Vorteil: die beitragsfreie Mitversicherung von Familienmitgliedern. Sind Vater und Mutter gesetzlich versichert, profitiert auch der Nachwuchs so lange kostenlos vom Schutz, bis er selbst erwerbstätig ist, jedoch maximal bis zum 25. Lebensjahr. Ehepartner und Kinder ohne Einkommen nehmen die Kassen ohne Aufpreis in den Vertrag auf. In der PKV dagegen muss jedes Familienmitglied Prämien bezahlen. "Allein aus diesem Grund sollten sich Gutverdiener, die vielleicht noch eine Familie gründen wollen, den Wechsel in die PKV gut überlegen", sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Ein weiteres Plus der GKV: Kinder müssen sich keiner Gesundheitsprüfung unterziehen, um in die Familienversicherung aufgenommen zu werden.

In der PKV hingegen bekommt ein Kind ohne einen ausführlichen Gesundheitscheck nur den Versicherungsschutz, den auch die Eltern für sich vereinbart haben. Zusätzliche Leistungen müssen sie in den Vertrag aufnehmen und extra dafür bezahlen.


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Quelle: FMH-Finanzberatung