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13.08.2010
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Rutschgefahr: Kunden droht der Verlust des BU-Schutzes, wenn sie den Vertrag beitragsfrei stellen
Rutschgefahr: Kunden droht der Verlust des BU-Schutzes, wenn sie den Vertrag beitragsfrei stellen
Foto: Getty
Investor-Artikel

Koppelversicherungen

Riester + Berufsunfähigkeit = überflüssig

von Anne-Christin Gröger

Versicherer bieten Riester-Sparern eine Kombination mit einer Berufsunfähigkeitspolice an. Doch die Koppelprodukte sind teuer und bergen Tücken, warnen Verbaucherschützer.

Zwei Albträume plagen fast jeden Erwerbstätigen: berufsunfähig zu werden und im Alter zu knapp bei Kasse zu sein. Daraus wollen die Versicherer Kapital schlagen und versuchen bei Rentenpolicen geschickt, Altersvorsorge und Schutz vor Berufsunfähigkeit (BU) zu verbinden. Eine Zusatzdeckung soll einspringen, wenn der Versicherte seinen Job wegen körperlicher oder seelischer Beschwerden aufgeben muss. Jetzt hat die Assekuranz Riester-Sparer entdeckt und erste BU-Zusatzversicherungen für die staatlich geförderte Altersvorsorge auf den Markt gebracht. Die Policen sind aber nur auf den ersten Blick attraktiv.

Die Allianz geht mit einer neuen BU-Rente zur Beitragssicherung auf Kundenfang. Kann der Versicherte seinen Beruf nicht mehr ausüben, zahlt der Versicherer die Prämie für die Riester-Rente. Neukunden können die Police gemeinsam mit dem Sparvertrag kaufen. "Die Prämien für den Extrabaustein liegen zwischen fünf und zehn Prozent der Versicherungssumme", sagt eine Sprecherin. Das Unternehmen wirbt mit einer unkomplizierten Risikoprüfung. Doch das wirkt nur auf den ersten Blick so. Zwar stellt die Allianz bei dem gekoppelten Produkt nur zwei Fragen zur gesundheitlichen Verfassung, doch hat der Versicherer die eine Frage so umfassend formuliert, dass es auf den gleichen gründlichen Gesundheitscheck wie bei einer herkömmlichen BU-Police hinausläuft. Einige wenige Gesellschaften wie die Volksfürsorge bieten ähnliche Policen an.

Verbraucherschützer raten, die Finger von solchen Kombinationspolicen zu lassen, sei es für einen Riester-Vertrag oder eine private Rentenpolice. Stattdessen sollten Kunden eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die meisten der Kombiverträge sind teuer und haben mehr Nachteile als Vorteile. Ihre Deckung reicht im Ernstfall nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Die separate Police dagegen soll mit einer monatlichen Rente den Lohn möglichst vollständig ersetzen.

Um den vollen Schutz bei Kombiverträgen zu bekommen, müssen Kunden beide Policen durchhalten. Sie müssen einerseits Prämien für die Rente einzahlen, andererseits auch für die Deckung der Berufsunfähigkeit aufkommen. Viele Anleger denken aber nicht daran, wenn sie die Policen frühzeitig kündigen wollen, etwa wegen eines finanziellen Engpasses. "Über zwei Drittel aller Anleger halten ihren Vertrag nicht bis zum Ende durch, da sollten sie ihn nicht noch mit teuren Extras aufwerten", sagt Hajo Köster vom Bund der Versicherten.


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Quelle: FMH-Finanzberatung