Ich weiß wohl, daß man für solche Auskünfte auch bezahlen kann,mein Gedanke war es, direkt vom Mieter die Adresse des vorherigen Vermieters zu erhalten, um überhaupt erst ein Treffen zur Wohnungsbesichtigung zu organisieren.
Wo diese Bereitschaft seitens des Mieters nicht da ist, verfällt auch sofort das Interesse einer Vermietung.
Das verkleinert zwar die Quantität der Mietinteressenten, schließt aber Betrüger weitgehend aus.
In der Praxis geht diese Prüfung sogar noch weiter, was durch die Bedeutung des Vertragsverhältnisses auch gerechtfertigt ist.
Ich habe seit mehr als 10 Jahren ohne Ausfälle meine Miete aus vier ETW in einer ostdeutschen Großstadt eingenommen und werde auch weiterhin bei einem Mieterwechsel die Information, die ich für wichtig halte, abfordern.
Der Vermieter
Zahlt ein Mieter nicht, steht für Eigentümer viel auf dem Spiel. Geld, Zufriedenheit - manchmal sogar die Gesundheit.
„Der Sänger machte einen guten Eindruck, intelligent,
weltoffen, gut gekleidet“, erinnert sich
Hilmar Reber, Vermieter aus Köln. Ein Honorarvertrag
der TVProduktionsfirma
Endemol über
5000 Euro ließ den Wohnungsinteressenten
solvent erscheinen. „Er wollte sogar die Küche
renovieren und trällerte mir ein Liedchen vor“,
erzählt Reber. Die private Vorstellung im Hausflur
blieb aber die einzige positive Erinnerung
an den Künstler, der als BackgroundStimme
von Michael Jackson oder Robbie Williams
glänzte. „Er zahlte sechs Monate keine Miete,
von der Kaution ganz zu schweigen“, so Reber.
Das war nicht einmal das Schlimmste. Der Mieter
zapfte wild Stromkabel an, als die Stadtwerke
ihm den Saft abstellten. „Dreimal war die
Abwasserleitung mit Katzenstreu verstopft“,
sagt Reber. „Die Tiere erledigten ihr Geschäft auf
dem Teppich.“ Mehr als 6000 Euro für Mietausfall,
Renovierung und Anwalt berappte der
Mittfünfziger. Viel Geld und doch kam er vergleichsweise
günstig davon: Im Schnitt verursacht
ein Mietnomade laut Eigentümerverband
Haus & Grund über 20000 Euro Kosten. Einnahmeausfälle
durch zahlungsunwillige oder
unfähige Mieter durchkreuzen die Rechnungen
Zigtausender Eigentümer. 2,2 Milliarden Euro
fehlten 2005 in den Kassen der Hausbesitzer,
zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Säumige
Zahler kosten die Eigentümer aber nicht nur
Geld, sie zehren zudem an ihren Nerven – so
auch bei Vermieter Reber. Der Musiker war der
dritte Mietnomade, der ihm das Leben schwer
machte. Ein Koch demolierte eine Wohnung
total. „Wir hatten Angst, dass er unseren Töchtern
etwas antut“, sagt Reber.
Dabei könnte alles so einfach sein. Der Vermieter
hat eine nette Familie, reist gerne und sammelt
alte Fotoapparate, die Immobilien sorgen für ein
gutes Auskommen. „Zieht aber ein Betrüger ein,
verbringe ich Stunden beim Anwalt oder auf der
Polizeiwache“, so Reber. Verzweifelt versuchte
er, mit dem Gegner im eigenen Haus Kontakt
aufzunehmen – ohne Erfolg. Von keinem Mietpreller
sah er auch nur einen Cent. Reber: „Am
Ende geht es nur noch darum, dass er auszieht.“
So gesehen hatte er mit dem Sänger Glück. Der
zog bei Nacht und Nebel um. In der nächsten
Wohnung blieb er zehn Monate, ohne zu zahlen.
Auf Nachfragen des neuen Vermieters schickte
er giftige EMails:
„Sie haben keine Ahnung,
wozu ich fähig bin und Sie wollen es niemals
herausfinden!“
Was die Leser sagen
kann mich meinem vorschreiber nur anschliessen...abzocke...ich hab es versucht erfolg gelich null, mieter hat ihn sogar durschaut!!!!
dem ist wohl keine masche zu peinlich sowieso schon strapazierte vermieter nochmals abzukassieren...sowas lächerliches funktioniert NIEMALS bei einem "echten" mietnomaden, der macht sich nicht vor angst sondern vom lachen in die hose, zückt das handy und ruft die polizei! einige vermieter müssen echt verzweifelt sein, um so eine lachnummer mit 600 euro zu finanzieren.
Ein wirklich großes Problem sind hierzulande die Mietnomaden, zumal Mietrenditen und Steuervorteile momentan sehr gering sind, selbst wenn ein Objekt störungsfrei verwaltet werden kann.
Ich hoffe, daß es eines Tages zum Standard wird, von jedem potentiellen Mietinteressenten eine Art Führungszeugnis vom Vorvermieter verlangen zu können und daß Vermieter wiederum dahingehend auch zusammenarbeiten werden.
Der geschäftliche Erfolg der Vermietung sollte in dieser einen Frage der Konkurrenzsituation übergeordnet sein.
Aber auch die Fairness des Vermieters, einen langjährigen zuverlässigen Mieter auch das verdiente Zeugnis auszustellen, ist hier gefragt und zwar auch dann, wenn es noch so schwer wird, einen guten Folgemieter zu finden.
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