Manchmal entpuppen sich die schlauesten Kalkulationen am Ende als Milchmädchenrechnung. Zu diesem Schluss dürften auch die amerikanischen Pensionsfonds kommen, die sich in den 90er-Jahren offenbar ganz mächtig verrechnet haben.
In der Zeit vor der Internetblase verdoppelte oder verdreifachte sich der Wert der Investitionen in Kapitalbeteiligungsgesellschaften mitunter innerhalb kurzer Zeit. Die Pensionsfonds fühlten sich damals benachteiligt, weil die Verwaltungsgebühren für ihre Investitionen auf Basis von deren aktuellem Wert berechnet werden sollten. Stattdessen plädierten sie dafür, die Gebühren anhand des von ihnen gezeichneten Kapitals zu kalkulieren.
Auf den ersten Blick ein schlauer Zug. Mehr als ein Jahrzehnt später aber zeigt sich: Die Pensionskassen haben damit nicht ihren eigenen Reichtum vermehrt, sondern den der Private-Equity-Manager.
Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universitäten Yale und Maastricht in einer Studie, die sie der britischen Tageszeitung Financial Times (FT) zur Verfügung stellten.
In den Jahren 2001 bis 2010 machten US-Pensionsfonds mit ihren Private-Equity-Investitionen demnach nach Abzug von Gebühren im Schnitt 4,5 Prozent Gewinn pro Jahr. Im gleichen Zeitraum bezahlten die Pensionskassen durchschnittlich vier Prozent des investierten Kapitals jährlich für Management-Gebühren. Zusätzlich dazu, so die FT, erheben Private-Equity-Gesellschaften oft eine Vielzahl von anderen Gebühren und ein Fünftel der Investitionsgewinne. Schon ohne die Zusatzgebühren liegt der Gewinn weit unter dem, den man zeitgleich mit einer Investition in den S&P-500-Index hätte erwirtschaften können.
"Unter der Annahme einer normalen Performance-Gebühr von 20 Prozent würden sich die Gesamtgebühren auf rund 70 Prozent der Bruttoinvestitionsleistung in den vergangenen zehn Jahren summieren", sagte Professor Martijn Cremers von der Universität Yale der FT.









