11.03.2010
Kunden dürften auch in Zukunft weniger ausgezahlt bekommen.
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Investor-Artikel

Fitch-Studie

Renditen von Lebensversicherungen im Sinkflug

von Martin Reim

Die Ratingagentur Fitch erwartet, dass die Verzinsung bei Lebensversicherungen auch in den kommenden Jahren fallen wird. Zugleich nehmen die Unterschiede zwischen den Anbietern zu.

"Die zukünftige Überschussbeteiligung wird wesentlich von der Entwicklung der langfristigen Zinsen abhängen", schreibt die Ratingagentur Fitch in einer Studie zu deutschen Lebensversicherern. Sollten die Zinsen länger auf dem jetzigen Niveau bleiben, sei für die Zukunft von einer deutlicheren Senkung der Überschussbeteiligungen auszugehen, als es zuletzt der Fall war.

Die laufende Überschussbeteiligung, die für 2010 ausgewiesen wurde, lag im Branchenschnitt bei 4,2 Prozent. Für 2009 war im Schnitt noch 4,3 Prozent ausgewiesen worden. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen - was also tatsächlich erwirtschaftet wurde - ist 2009 nach Schätzungen Fitchs allerdings gestiegen: von 3,4 Prozent im Jahr 2008 auf "leicht über 4 Prozent". Verantwortlich für die Entwicklung sei die deutliche Erholung an den Aktienmärkten.

Fitch trat Befürchtungen entgegen, dass Lebensversicherer auch bei anhaltend niedrigen Zinsen in ihrer Existenz gefährdet sein könnten. Die Unternehmen könnten solch ein Szenario "für längere Zeit durchstehen", heißt es in dem Papier. Das liege zum einen an den "immer noch guten durchschnittlichen Kupon im festverzinslichen Anlageportefeuille". Zum anderen entstünden jährlich Milliardengewinne, weil die Versicherer die Entwicklung der Lebenserwartung sowie die Kosten für Verwaltung und Abschluss zu hoch einschätzen. So seien die Versicherer in der Lage, zumindest den jährlichen Garantiezins von durchschnittlich 3,4 Prozent - im Neugeschäft beträgt er 2,25 Prozent - zu bezahlen.

Allerdings rechnet Fitch mit einer stärkeren Differenzierung in der Branche zwischen kapitalstarken Gesellschaften und solchen, die nachhaltig geschwächt aus der Krise hervorgehen werden. "Finanzschwache Gesellschaften mit unvorteilhafter Geschäftszusammensetzung und schwachem Neugeschäft dürften schon bald gezwungen sein, die Beteiligungen deutlicher abzusenken." Im Finanzstärke-Rating von Fitch, das 23 Gesellschaften umfasst, liegen die schweizer Swiss Life und die luxemburger Atlanticlux mit der Note "BBB" hinten. Ganz vorne rangiert die Allianz ("AA"), gefolgt von Aachen-Münchener, Axa, Cosmos, DBV, Generali, Hamburg-Mannheimer, und Volkswohl-Bund mit jeweils "AA-".


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Quelle: FMH-Finanzberatung