Kapitalgedeckt soll die neue Pflichtversicherung sein und die gesetzliche Absicherung für den Pflegefall auf festere Füße stellen. Schließlich werden die Menschen immer älter, und der medizinische Fortschritt sorgt dafür, dass die Kosten im Gesundheitssystem steigen. Die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden in Zukunft nicht mehr reichen, um die Menschen im Alter ausreichend zu versorgen, davon ist die schwarz-gelbe Bundesregierung überzeugt.
Die privaten Krankenversicherer (PKV) freuen sich über die Pläne des Ministers. Sie bieten die Deckungen zwar schon an, doch bisher läuft das Geschäft schleppend. Eine Pflichtzusatzversicherung für die Pflege im Alter könnte Schwung in den Verkauf bringen. "Wenn die obligatorische Pflegezusatzversicherung kommt, werden wir mit unserem Angebot darauf reagieren", sagt ein Allianz-Sprecher.
Wer im Alter gut abgesichert sein will, für den kann es schon heute sinnvoll sein, eine Zusatzpolice abzuschließen. Denn ein Pflegeplatz für eine vollstationäre Betreuung kann monatlich 3000 Euro kosten und schnell Rente und Erspartes von Betroffenen und Angehörigen auffressen. Die Versicherer bieten die privaten Deckungen in drei Varianten an.
- Die Pflegetagegeldpolice zahlt dem Patienten je nach Pflegestufe eine vorher vereinbarte Summe pro Tag aus, unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Der Pflegebedürftige kann frei darüber entscheiden, wie er das Geld verwendet, etwa für die Hilfe von Angehörigen oder Freunden. Nachteil: Wird die Betreuung teurer als gedacht, übernimmt der Versicherer nicht die zusätzlichen Kosten.
- Die Pflegekostenpolice dagegen stockt die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung auf. "Die Kosten müssen Versicherte allerdings durch Rechnungen nachweisen", sagt Lilo Blunck vom Bund der Versicherten. Das ist viel Bürokratie, die der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen auf sich nehmen müssen. Anders als bei der Tagegeldpolice sind Preissteigerungen aber inklusive.
- Als völlig überflüssig und gefährlich betrachtet Blunck hingegen Pflegerentenpolicen. Die Expertin hält deren Deckungsbeiträge für zu hoch. "Die Angebote sind intransparent und viel zu teuer", sagt sie.








