Manchmal bereiten Weihnachtsgeschenkeke, die ein paar Tage später kommen, die größte Freude. Kaum waren die Festtage vorbei, gaben knapp zehn Banken die Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) von Anfang Dezember an ihre Kunden mit Tagesgeldkonten weiter. Bei drei Instituten fiel die Bescherung besonders üppig aus: Citibank und GE Money Bank erhöhten ihre Sätze um einen halben Prozentpunkt auf 3,25 Prozent. Cortal Consors offeriert Neukunden bei Beträgen bis 20000 Euro sogar 4,5 Prozent - ein Prozentpunkt mehr als noch im vergangenen Jahr.
Solche Präsente sind leider nicht die Regel. „In Zeiten sinkender Leitzinsen reduzieren die meisten Banken ihre Sätze rasch“, beobachtet Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. „Verbessern sich die Vorgaben, lassen sie Sparer hingegen nur mit Verzögerung profitieren.“ Der Frankfurter Bankexperte weiß, wovon er spricht. Im Auftrag von Capital überprüfte Herbst, wie schnell 50 Institute die Konditionen von Sparbüchern, Tages- und Festgeld sowie Dispokredite an steigende Leitzinsen anpassen (die Tabellen mit den Tabellen erreichen Sie mit einem Klick auf die genannten Bankprodukte).
Sparbücher
Tagesgeld
Festgeld
Dispokredite
Das Resultat: Banken messen mit zweierlei Maß. Während die meisten Institute die Zinsen auf Festgeld noch relativ zügig anpassen, agieren sie bei Tagesgeld nicht gerade kundenfreundlich. Seit November 2005 erhöhte die EZB sechsmal den Leitzins um insgesamt 1,5 Prozentpunkte auf aktuell 3,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der durchschnittliche Zins für Tagesgeld nur um 0,6 Punkte auf 2,33 Prozent. Die Differenz zwischen Leitzins und Tagesgeld ist jetzt mehr als viermal höher als vor dem ersten Zinsschritt (Tool:
individueller Vergleich der Zinskurven für ein Jahr).
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