Das war wahrlich kein Ruhmesblatt: Mehr als 1000 Zähler hat der DAX binnen Jahresfrist verloren. Damit wurden die gesamten Indexgewinne von 2010 wieder zunichtegemacht. Das Minus von 15 Prozent bedeutet die viertschlechteste Performance der vergangenen 20 Jahre. Eine bessere Bilanz hätten Anleger erzielt, wenn sie zwei langfristig bewährten Strategien gefolgt wären. Das Gute: Beide Strategien sind einfach nachzuvollziehen, es gibt keine hektischen Umschichtungen. Der Einstieg erfolgt jeweils am Beginn eines Jahres.
Bei der Flop/Top-Strategie werden zunächst jene fünf Aktien aus dem DAX gekauft, die im Vorjahr am schlechtesten abgeschnitten haben – also die Flops. Diese Werte werden mit jeweils einem Fünftel gewichtet, bis zum 1. Juli gehalten und dann in jene fünf DAX-Titel umgeschichtet, die in den Monaten Januar bis Juni am besten gelaufen sind – also in die Tops. Laut einer Studie der HypoVereinsbank brachte die Flop/Top-Anlagemethode zwischen 1989 und 2010 eine satte Jahresrendite von 14,4 Prozent. Setzt sich das in Zukunft fort, haben Anleger, die mit 10 000 Euro starten, in zehn Jahren bereits mehr als 38 000 Euro auf dem Konto. Der DAX gewann in diesen 22 Jahren deutlich weniger hinzu, nämlich nur durchschnittlich 7,8 Prozent jährlich.
Auch im schlechten Börsenjahr 2011 hat die Flop/Top-Strategie den DAX zumindest leicht outperformt, wenngleich die Bilanz mit minus 14 Prozent ebenfalls alles andere als berauschend ausfällt. Während im ersten Halbjahr die Versoger RWE und Eon das Zwischenplus auf vier Prozent drückten, hat ab Juli die Kurshalbierung von ThyssenK rupp die Performance verhagelt. Die Stahlaktie und RWE ST befinden sich zusammen mit Metro ST und Lufthansa im Flop/Top-Portfolio für das erste Halbjahr 2012. Angeführt wird das Depot von der Aktie der Commerzbank (siehe Tabelle unten).
Keine Frage: Es gibt sicher etliche gute Gründe, von einem Kauf der taumelnden Commerzbank-Aktie Abstand zu nehmen. Viele Branchenexperten erwarten, dass das Kreditinstitut nicht mehr viele Monate ohne Staatshilfe auskommt. Solche Bedenken müssen aber Anleger, die nach einer klar definierten Strategie investieren, beiseiteschieben. Haben sie sich einmal grundsätzlich für eine Anlagemethode entschieden, geht es einzig darum, diese auch konsequent zu verfolgen. Schließlich schnitt die Flop/Top-Strategie in 23 Jahren 17-mal besser ab als der DAX. Und das ist besser als die meisten Fondsmanager. Nur einer Minderheit der Geldprofis gelingt es, den Markt zu schlagen.
Auch die Value-Growth-Strategie hat langfristig reüssiert. Mit durchschnittlichen jährlichen Zuwächsen von 10,9 Prozent zwischen 1989 und 2010 wurde der DAX um immerhin deutlich mehr als ein Drittel outperformt. Seit 1989 waren zwar acht Verlustjahre zu verzeichnen. Prozentual zweistellig fiel das Minus aber lediglich in den Jahren 2002 und 2008 aus. Fünfmal lag das Plus sogar bei mehr als 30 Prozent. Die Methode fußt auf rein fundamentalen Überlegungen, liefert eine kombinierte Anlage in Substanz- und Wachstumswerte und verbindet damit die Überzeugungen der Value-Anhänger mit jenen der Growth-Jünger.






















