Börsenkurse als Zahl
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Geldanlage

Finanzspritze der Notenbanken: Am Markt überwiegt Skepsis

Mit einem Hilfspaket von 200 Milliarden Dollar will die US-Notenbank den Handel auf den Kreditmärkten ankurbeln. Experten nennen die Aktion zwar richtig – sie bezweifeln aber, dass sich die Finanzkrise auf diese Weise langfristig überwinden lässt.

Das Wundermittel hat einen langen Namen. Mithilfe eines neuen geldpolitischen Instrumentes namens „Term Securities Lending Facility“ will die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die angespannte Situation auf den Kreditmärkten lindern. 200 Milliarden Dollar stellt Fed-Chef Ben Bernanke den Banken bis Ende März zur Verfügung. Ungewöhnlich an der Aktion Bernankes: Erstmals akzeptiert die Fed Hypothekenanleihen als Sicherheit und tauscht sie gegen staatliche Bonds – Hypothekenanleihen hatten wegen der Schwierigkeiten auf dem US-Immobilienmarkt massiv an Wert verloren und galten zuletzt als unverkäuflich.



Marktbeobachter loben das Vorgehen der Fed als „innovativ“ und „kreativ“. „Bernanke hat sich etwas einfallen lassen, um die Banken wieder zum Handeln mit hypothekenbesicherten Anleihen zu ermuntern“, sagt David Schnautz, Zinsstratege bei der Commerzbank. Zudem habe die Fed so Spekulationen entgegengewirkt, dass sie bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche die US-Leitzinsen von derzeit drei Prozent auf zwei Prozent senken wolle. Die meisten Marktteilnehmer erwarten nun, dass Bernanke die Zinsen lediglich um einen halben Prozentpunkt verringern wird.

Die Aktion der Fed sei ein wichtiges Signal und stabilisiere die Märkte, sagt Kornelius Purps, Zinsstratege bei Unicredit. „Die Gefahr eines vollends kollabierenden Finanzmarktes ist damit fürs Erste gebannt.“ An den Börsen hatte die Ankündigung Bernankes gestern eine Kursrallye entfacht: Sowohl in den USA als auch in Europa legten vor allem Bankaktien und Finanzwerte zu. Doch es besteht Skepsis, ob Bernankes neues Wundermittel auch langfristig wirken wird. „Die Fed doktert nur an Symptomen herum, ohne das eigentliche Problem zu lösen“, sagt Purps. Denn weiterhin sei davon auszugehen, dass viele Banken auch in Zukunft hohe Abschreibungen auf Wertpapiere verbuchen müssten.

Angesichts solcher Belastungen sei eine Trendwende noch nicht erreicht, schätzt David Schnautz von der Commerzbank. „Das Misstrauen am Markt ist immer noch groß. Es ist möglich, dass sich das Vorgehen der Fed als reines Strohfeuer entpuppt.“ Ihm dürfte die bislang letzte Aktion zur Beruhigung der Märkte noch in guter Erinnerung sein: Im Dezember 2007 hatte eine Liquiditätsspritze der Fed kurzfristig eine Euphorie an den Aktienmärkten ausgelöst. An den Engpässen auf den Kreditmärkten hatte das Vorgehen der Notenbank aber nichts geändert.


von Dennis Kremer

© 2008 capital.de




 
 
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Quelle: FMH-Finanzberatung
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