Starke Konjunkturdaten aus China haben den von der Euro-Krise gebeutelten Märkten am Mittwoch neue Hoffnung gegeben. Das Bruttoinlandsprodukt sei im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 9,5 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt in Peking mit. Damit verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum gegenüber der Rate von 9,7 Prozent im ersten Quartal nur minimal. Die Industrieproduktion legte im Juni sogar um 15,1 Prozent zu, das war im Jahresvergleich der höchste Anstieg seit Mai 2010.
"Diese Daten sollten die Furcht vor einer harten Landung Chinas zerstreuen", sagte Wendy Liu, eine Analystin der Royal Bank of Scotland in Hongkong, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine Serie von Zinserhöhungen der chinesischen Zentralbank hatte die Sorge ausgelöst, der Boom in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt könnte ein plötzliches Ende finden. Die People's Bank versucht mit der Straffung der Geldpolitik die Inflation einzudämmen. Die Teuerungsrate erreichte im Juni mit 6,4 Prozent den höchsten Stand in drei Jahren.
Erleichterung an den Börsen
Die asiatischen Börsen reagierten erleichtert auf die chinesischen Konjunkturdaten. Der chinesische Leitindex Shanghai Composite schloss 1,5 Prozent im Plus. In Hongkong legte der
Hang Seng um 1,2 Prozent zu. Der Schwellenländer-Index MSCI Emerging Markets kletterte um 0,8 Prozent, nachdem er wegen der Euro-Krise binnen drei Tagen um vier Prozent gefallen war - der stärkste Absturz seit zwölf Monaten.
Auch die europäischen Aktienmärkte starteten mit leichten Gewinnen in den Handel. Der
DAX stieg um ein halbes Prozent. Der
EuroStoxx 50 legte sogar mehr als ein Prozent zu.
Die Aussicht auf eine anhaltend hohe Nachfrage Chinas stützte auch die Rohstoffpreise. Kupfer verteuerte sich an der New Yorker Rohstoffbörse Comex um 0,5 Prozent auf 4,41 Dollar pro Pfund. Laut Zahlen des chinesischen Handelsministeriums stiegen die Einfuhren des vor allem für die Bau- und Elektroindustrie wichtigen Metalls im Juni im Monatsvergleich um 9,9 Prozent.
Auch der Ölpreis legte zu: Der meistgehandelte Terminkontrakt der Nordseesorte Brent Crude verteuerte sich um rund 0,7 Prozent. Chinas Ölverbrauch stieg im Juni allerdings nur geringfügig: Der Anstieg um 1,1 Prozent im Jahresvergleich war laut Zahlen der Nachrichtenagentur Reuters der geringste seit April 2009.
Quelle: ftd.de
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