Garantie. Börsianer benutzen gerne Stoppkurse, um mögliche Verluste zu begrenzen. Gerade bei schwankenden Aktienmärkten ist diese Strategie sinnvoll. Eine clevere Alternative sind Lock-in-Zertifikate: Sie verknüpfen die Chance auf Kursgewinne mit einem hohen Maß an Sicherheit und bieten bessere Renditechancen als herkömmliche Garantieprodukte. Das Prinzip der Papiere, die sich an Aktienindizes orientieren, ist simpel: „Kursgewinne werden an bestimmten Stichtagen gutgeschrieben und gehen nicht verloren, wenn die Notierungen anschließend fallen“, erklärt Ralph Stemper, Zertifikateexperte der Commerzbank. Die eingeloggten Gewinne werden allerdings nur zum Laufzeitende garantiert. Wer zwischenzeitig verkauft, bekommt unter Umständen einen -geringeren Wert ausbezahlt. Ganz umsonst ist die Absicherung allerdings nicht: Anleger müssen bei diesen Papieren auf die Zahlung von Dividenden verzichten.
Varianten. Das Angebot an Lock-in-Zertifikaten ist vielfältig. Die zugrunde liegenden Basiswerte und die Höhe der Partizipation unterscheiden sich erheblich. Beim Best-End-III-Zertifikat profitieren Anleger von Kursgewinnen der wichtigsten Märkte rund um den Globus: Der Indexkorb setzt sich aus dem Euro Stoxx 50, dem US-Kursbarometer S&P 500 sowie dem japanischen Topix zusammen. Jeder Index besitzt ein Gewicht von einem Drittel. Monatlich wird dann der durchschnittliche Kurs des Indexkorbs ermittelt. Am Laufzeitende erhalten Anleger 90 Prozent des höchsten Monatskurses zurückgezahlt. Die All-Time-High-Zertifikate der Hypovereinsbank sind ähnlich konstruiert: Bei ihnen bestimmt aber der höchste Monatsendstand über den gutgeschriebenen Betrag. Beim All-Time-High Global Dividend Runner etwa partizipieren Anleger zu 90 Prozent vom höchsten Monatsendstand eines Aktienkorbes, der aus 16 dividendenstarken Unternehmen rund um den Globus besteht. Die Ausschüttungen kassiert allerdings der Emittent.
Indizes. Am Markt erhältlich sind auch Papiere auf einzelne Indizes. Das Best-End-Europe I basiert auf dem Euro Stoxx 50. Auch hier erhalten Anleger 90 Prozent des höchsten monatlichen Durchschnittskurses. Das Lock-in-Zertifikat von Goldman Sachs bezieht sich ebenfalls auf den Euro Stoxx 50, sichert Gewinne aber ab, wenn bestimmte Stufen überschritten werden. Sie steigen in 25-Prozent-Schritten bis auf 100 Prozent. Vorteil: Notiert der Index zum Laufzeitende höher, partizipieren Anleger komplett davon.
Steuerfreiheit. Lock-in-Zertfikate haben einen wichtigen Vorteil gegenüber herkömmlichen Garantiezertifikaten: Die Kursgewinne sind nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei. Zwischen Emission und Festlegung des ersten Absicherungsniveaus liegt meist ein Zeitraum von vier Wochen. Aufgrund eines theoretisch möglichen Totalverlusts in dieser Zeit entfällt die generelle Steuerpflicht. Das Beste an den Papieren: Anleger müssen sich keine Gedanken über den optimalen Ausstiegszeitpunkt machen.
Lock-in-Zertifikate: Festgezurrte Gewinne als Schutz vor Kursverlusten
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