06.09.2006

Investmentstrategie

Bonuszertifikate: Attraktive Zusatzausstattung

von Robert Hirmer, Jutta Reuffer, Dirk Wohleb

Die beliebten Bonuszertifikate sind riskanter als Discountpapiere, bieten dafür aber volle Gewinnbeteiligung. Titel mit kürzeren Laufzeiten setzen Anleger bevorzugt in Seitwärtsmärkten ein. Länger laufende Zertifikate dienen als konservative Alternative zur Aktie.

Verwandlung. Auf den ersten Blick ähneln Bonuszertifikate den Discountzertifikaten: Sie bieten hohe Verlustpuffer und Gewinne in Seitwärtsmärkten. Allerdings fallen Risiko und Chance größer aus. Bei Discountern kann der Basiswert während der Laufzeit ruhig mal abstürzen. Abgerechnet wird erst am Schluss. Hat sich die Aktie bis dahin wieder erholt, machen Investoren Gewinn. Anders bei Bonuspapieren: Fällt die Notierung des Basiswerts unter das festgelegte Sicherheitslevel, verwandelt sich das Zertifikat im Prinzip in eine Aktie und macht alle Kursbewegungen eins zu eins mit – der Bonus verfällt dann.

Zusatzertrag. Notiert jedoch der Kurs des Basiswerts während der gesamten Laufzeit über dem -Sicherheitslevel, zahlt der Emittent einen festgesetzten Betrag. „Dieser sollte beim Kauf natürlich über dem Einstiegspreis liegen“, sagt Holger Bosse, Zertifikateexperte der Dresdner Bank. „Nur dann ist der von vielen Emittenten verwendete Begriff Bonusbetrag gerechtfertigt.“ Anleger erwirtschaften daher mit Bonuszertifikaten bei leichten Kursschwankungen der Aktie höhere Renditen als mit einem Direktinvestment. Als Vergleich dient dabei die Bonusrendite: Sie zeigt die jährliche Ertragserwartung während der Laufzeit – vorausgesetzt, der Basiswert fällt nie unter das Sicherheitslevel. Im Gegensatz zu Discountzertifikaten sind Investoren bei einer starken Rally des Basiswerts voll dabei. Sie partizipieren dann am Ende der Laufzeit vollständig am Kurszuwachs der zugrunde liegenden Aktie oder des Indizes.

Spezialfälle. Einige Papiere sind mit einem Cap ausgestattet. Dieser begrenzt – ähnlich wie bei Discountzertifikaten – den Gewinn. Dies gilt häufig bei Bonuspapieren auf den Dax, weil dieser Index Dividenden einrechnet. „Da Emittenten die Ausschüttungen sonst einbehalten, um das Sicherheitslevel zu finanzieren, müssen sie bei Dax-Bonus-Zertifikaten auf andere Lösungen ausweichen“, erklärt Bosse. Grundsätzlich sind Papiere ohne Cap wegen der unbegrenzten Gewinnchancen die bessere Variante.

Strategie. Wer Bonuszertifikate als attraktive Chance in Seitwärtsmärkten nutzen will, sollte überschaubare Laufzeiten wählen. Eine weitere Strategie ist der Einsatz als Alternative für ein Direktinvestment – mit entsprechend längeren Laufzeiten. „Anleger verzichten dann zwar auf die Dividenden, haben dafür aber einen Sicherheitspuffer und trotzdem unbeschränkte Kurschancen“, sagt Bosse.

Bonuszertifikate: Unbegrenzte Kurschancen bei begrenztem Risiko

 

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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