Behalten dürfen sie die wertvolle Fracht wohl nicht. Besitzer ist der Versicherer Lloyds, der vor 200 Jahren nach dem Untergang der Lutine die fällige Prämie zahlen musste.
Der Wert des friesischen Goldschatzes stieg allein im September innerhalb weniger Tage um knapp 20 Prozent. „Nachdem der Goldkurs seit Juli abgetaucht war, ist der Markt jetzt außer Rand und Band“, erzählt Michael Blumenroth, Goldhändler bei der Deutschen Bank. „Wir haben den bisher größten Preissprung innerhalb weniger Stunden von 770 auf 870 Dollar erlebt.“ Seit 2002 hat sich die Notierung auf aktuell 890 Dollar die Unze (31 Gramm) nahezu verdreifacht. Der Auslöser: Wer den Zusammenbruch des Finanzmarkts fürchtet, deckt sich mit Gold ein. Denn in Krisenzeiten ist das Edelmetall als sicherer Hafen gefragt, obwohl es mittlerweile nicht mehr als Währung dient. Insbesondere Gold-Exchange-Traded-Funds (Gold-ETC) verzeichnen aufgrund der Marktunsicherheit massive Zuflüsse. Ihr Volumen erreicht derzeit mehr als 1000 Tonnen. Auch die Nachfrage nach Goldmünzen explodiert förmlich. Jetzt holt der Markt erst einmal Luft, sodass der Edelmetallkurs vor sich hin dümpelt. Doch Goldexperte Blumenroth ist optimistisch: „Ich rechne bis Jahresende eher mit einem Preis Richtung 1000 Dollar, als dass es wieder auf 750 Dollar runtergeht.“
Das kommt auch den Aktien der Minengesellschaften zugute. Deren Kurse verloren in den vergangenen Monaten deutlich mehr als der Goldpreis. „Dies war nicht zuletzt durch das Schließen einiger großer Hedgefonds – wie etwa den vier Milliarden Dollar schweren Ospraie Management – bedingt, die ihre Positionen verkaufen mussten“, erklärt Alfred Grusch, Fondsmanager des Pioneer Austria Gold Stock Fonds. „Vor allem kleinere, illiquidere Minenaktien kamen unter Druck.“
Auf den Preisanstieg bei Gold reagierten viele Minenaktien mit einem Kurssprung. So schoss die Aktie vom Marktführer Barrick Gold von 19 auf 26 Euro. Das Unternehmen ist mit Förderkosten von 425 Dollar die Unze hochprofitabel. Nur wenige Minengesellschaften befinden sich in einer derart bequemen Situation. Viele sind wegen der steigenden Kosten unterhalb eines Edelmetallpreises von 725 Dollar nicht profitabel. Ein riskantes Investment. Privatanleger sollten sich gut überlegen, ob sie auf Gold oder Goldminenaktien setzen. Letztere sind schwankungsanfälliger und können wie jedes Unternehmen pleitegehen.
Indexprodukte bieten zumindest eine breite Risikostreuung. Hingegen wetten Investoren mit Xetra Gold direkt auf den Edelmetallpreis. Und da fallen die Prognosen optimistisch aus, dass der Kurs nicht so bald wieder abtaucht.
© 2008 capital.de








