Denn 12,5 Prozent ist nach Berechnungen der unabhängigen FMH-Finanzberatung der durchschnittliche Zinssatz, zu dem die Geldhäuser ihren Kunden Dispokredite einräumen. „Wer sein Girokonto überzieht, wird bei bestimmten Banken ordentlich zur Kasse gebeten“, sagt Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Dispozins sei in manchen Fällen ein wahrer Kostentreiber. Üppige Zinszahlungen verlangten beispielsweise Postbank und Citibank.
Doch vor allem Direktbanken machen den teuren Überziehungskrediten mit einer günstigeren Alternative Konkurrenz: den sogenannten Abrufkrediten. Deren Zinssatz liegt meist unter zehn Prozent. Wie beim Dispokredit erhält der Kunde auch hier einen Maximalbetrag zugeteilt, den er bei Bedarf als Kredit nutzen kann. Die Rückzahlung der Summe erfolgt aber in vorher festgelegten Raten – beim Dispokredit wird dagegen jede Einzahlung auf dem Girokonto automatisch zur Tilgung verwendet. „Abrufkredite zeichnen sich sowohl durch einen günstigeren Zinssatz als auch durch eine hohe Flexibilität bei der Rückzahlung aus“, sagt Verbraucherschützerin Laag. Denn der Kunde kann bei dieser Kreditart auch mehr zurückzahlen als die vereinbarte Rate, sofern er dies möchte.
Allerdings sollten Sparer auch bei Abrufkrediten grundsätzlich Vorsicht walten lassen: Koppelt der Anbieter beispielsweise den Zinssatz an die Kreditwürdigkeit des Kunden, rät Stefanie Laag vom Abschluss ab. „Eine leichte Verschlechterung der Vermögenslage kann dann zu einem spürbaren Anstieg der Zinsen führen“, warnt die Verbraucherschützerin.
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