23.11.2006

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Geld 2007: Altersvorsorge

Jeder Euro zählt

von Dirk Wohleb

Ob Riester-Rente, Sparplan oder Target-Lösung - mit Investmentfonds sorgen Anleger für den Ruhestand vor. Welche Papiere hohe Renditen bieten.



Die Aussichten erscheinen düster. Noch zahlen 26 Millionen Deutsche in die Rentenkasse ein - doch ihre Zahl wird immer kleiner. Während heute noch zwei Beitragszahler für einen Rentner sorgen, muss in 25 Jahren ein Arbeitnehmer für einen Pensionär aufkommen. Die Folgen liegen auf der Hand: Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Senkungen des Die Aussichten erscheinen düster. Noch zahlen 26 Millionen Deutsche in die Rentenkasse ein - doch ihre Zahl wird immer kleiner. Während heute noch zwei Beitragszahler für einen Rentner sorgen, muss in 25 Jahren ein Arbeitnehmer für einen Pensionär aufkommen. Die Folgen liegen auf der Hand: Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Senkungen des nach Familienstand und Einkommen - mit einem Zuschuss. Wermutstropfen: Weil die Fondsanbieter zum Laufzeitende den Erhalt des eingesetzten Kapitals garantieren müssen, sind die Gesellschaften in ihrer Investmentpolitik eingeschränkt. Bei langer Restlaufzeit investieren die Institute zwar den Großteil des Kapitals zunächst in breit streuende Aktienfonds, schichten aber frühzeitig in sichere Rentenfonds um. Der Vorteil: Verluste sind ausgeschlossen.

Ein Investment in die Produkte ist sinnvoll. So brachte etwa die Uni Profi-Rente seit 2002 bei einem 35-jährigen Verheirateten mit zwei Kindern eine jährliche Rendite von bisher 11,1 Prozent. Kein Wunder, dass das Interesse nach gro ßen Startschwierigkeiten stark zunimmt. So stieg die Gesamtzahl der Riester- Fondssparpläne in den vergangenen zwölf Monaten von 380 000 auf knapp eine Million. Manche Anbieter nutzen dabei nur zwei Fonds, andere setzen einen größeren Teil ihrer Produktpalette ein.

„Anleger sollten sich aber nicht allein auf die Riester-Rente verlassen. Weitere Vorsorge ist dringend geboten“, sagt Zschaber. Der Königsweg bleiben Fondssparpläne. Ihr Vorteil: Die Investoren entscheiden selbst, welche Titel sie präferieren. Zudem können sie die gewählten Fonds jederzeit austauschen. Mit regelmäßigen monatlichen Zahlungen verhalten sich Privatanleger wie abgebrühte Börsenprofis: Sie kaufen mehr Fondsanteile, wenn die Notierungen an der Börse fallen, und weniger, wenn die Aktienkurse steigen. Eine antizyklische Investmentstrategie, die langfristig großen Erfolg verspricht.

Clevere Anleger vermeiden zudem die bei Sparplänen üblichen Gebühren: So bieten Discountbroker wie Consors oder die DAB-Bank Fonds mit ermäßigtem Ausgabeaufschlag an. Noch attraktiver sind Fondssupermärkte wie AVL, Infos.com, oder Dima 24. Hier zahlen Anleger meist überhaupt keinen Ausgabeaufschlag.

Als Daumenregel für die Auswahl gilt: Je länger der Zeitraum für die Vorsorge, desto höher sollte die Aktienquote ausfallen. Denn wer mehr als zehn Jahre regelmäßig in überdurchschnittlich gute weltweite Aktienfonds investiert, geht so gut wie kein Verlustrisiko ein. Zudem macht sich ein Paradigmenwechsel breit: „Galt bislang die Empfehlung, spätestens beim Renteneintritt mit 65 Jahren aus dem Aktienmarkt auszusteigen, sollten Anleger wegen der höheren Lebenserwartung länger in Aktien investieren“, sagt Klaus-Jürgen Baum, Deutschland-Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Fidelity.

 

Am besten eignen sich als Basisanlage Aktienfonds, die welt- oder europaweit investieren. Diese Produkte bieten gute Ertragschancen, weil sie aus einem großen Aktienuniversum schöpfen und auch die Risiken breit streuen. Empfehlenswert sind Fonds, die über lange Zeiträume dauerhaft gute Ergebnisse erzielten und einen klaren Investmentstil verfolgen.

Nicht vergessen sollten Anleger bei der Fondsauswahl die aufstrebenden Schwellenländer, auch Emerging Markets genannt. Viele dieser Staaten brillieren mit hohen Wachstumsraten. Da die Gewinne der Unternehmen stark steigen, die Aktien aber noch günstig sind, bestehen an diesen Börsen noch große Gewinnchancen.

Wer über viele Jahre spart, kann auch mit Fonds auf die Trends von morgen setzen. „Zukunftsthemen wie Wasserversorgung oder Klimaschutz bieten langfristig gute Gewinnchancen“, sagt Oliver Plein, Produktmanager für Aktien und Rohstoffe bei der Fondsgesellschaft DWS. Anleger sollten diese etwas riskanteren Produkte allerdings nur beimischen.

Eine Alternative zu klassischen Sparplänen sind sogenannte Target-Fonds. Anleger investieren mit diesen Produkten in einen Fonds mit fester Laufzeit. Dieser verfolgt ein Lebenszyklusmodell und variiert je nach Spardauer den Anteil von Aktien und Anleihen. Seit Jahren bietet Fidelity solche aktiv gemanagten Produkte für den US-Markt an - jetzt auch in Deutschland.

Auch hiesige Anbieter offerieren vergleichbare Fonds. Einen etwas anderen Weg bestreitet ABN Amro mit seinen Target Click Funds. Sie garantieren die Rückzahlung des eingezahlten Kapitals. „Wir wollen Anlegern Planungssicherheit geben, damit sie ihre Ziele realisieren können“, sagt Michael Geier, Geschäftsführer für das Publikumsgeschäft von ABN Amro in Deutschland. Allerdings bezieht sich die Garantie auf den Nomi- nalbetrag, berücksichtigt also nicht die Inflation. Zusätzlich werden erzielte Kursgewinne laufend abgesichert und dem Anleger zum Laufzeitende gutgeschrieben. Im Gegensatz zum Fidelity- Konzept arbeitet ABN Amro mit einem Ansatz, bei dem die Aktienquote automatisch angepasst wird.

Der Markt für Altersvorsorge mit Fonds wird in den nächsten Jahren weiter wachsen. So sind spezielle Multi- Asset-Produkte in Planung, die alle Vermögensklassen wie Aktien, Anleihen, Hedgefonds oder Rohstoffe berücksichtigen. Weiterer Trend: „Die Fonds- und Zertifikatewelt verschmilzt immer stärker. In Zukunft werden häufiger Zertifikate in Fonds für die Altersvorsorge verwendet“, sagt Önder Ciftci, der bei ABN Amro das Zertifikategeschäft verantwortet. Einige Fondsgesellschaften denken zudem über spezielle Rürup-Fondsprodukte nach. Anlegern bleiben also genügend Möglichkeiten, um die negativen Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den eigenen Geldbeutel zu reduzieren.

 

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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