28.08.2007
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Foto: Photocase.com

Altersvorsorge

Mit Sparplänen ein Vermögen aufbauen

von Bodo Scheffels

Sich einmal entscheiden und bis zur Rente Ruhe haben - für viele Anleger der Idealfall eines Investments. Fondssparpläne oder Zielsparprodukte kommen diesem Wunsch sehr nah.

Für Annette Martin war die Diskussion um das Steuerprivileg der Lebensversicherungen der Knackpunkt: Seit Jahren zahlte die Sprachlehrerin in eine Kapitallebensversicherung ein. Jetzt wollte die 38-Jährige einen größeren Betrag regelmäßig ansparen, entschied sich aber gegen eine neue Police. „Nach der Abschaffung des Steuervorteils glaube ich nicht mehr, dass diese Form der Kapitalanlage optimal für mich ist.“ Die Summe zahlt sie nun monatlich in lukrative Investmentfonds ein.

Gerade für die langfristige Geldanlage zur Altersvorsorge sind Fondssparpläne erste Wahl. Sie nutzen attraktive Renditechancen an den Aktienmärkten und lassen sich bei Bedarf in sicherheitsorientierte Produkte wie Rentenfonds umschichten. Dieses zusätzliche Maß an Sicherheit ist wichtig – insbesondere, wenn der Zeitpunkt näher rückt, zu dem Anleger das Geld benötigen. Ist der Aktienanteil dann zu hoch, können sie Kursturbulenzen nicht mehr aussitzen. Bei herkömmlichen Sparplänen müssen Investoren die Fonds selbst auswählen und im Zeitablauf umschichten. „Wer dagegen regelmäßig in Life-Cycle- oder Zielsparfonds investiert, braucht sich um diese Anpassung nicht zu kümmern“, sagt Christian Michel, Fondsanalyst bei Feri Rating & Research.

Während Anleger diese Papiere in den USA seit Jahren stark für die Altersvorsorge nutzen, sind sie in Deutschland relativ neu. Bekannt sind vor allem die Flex-Pension-Fonds des Branchenprimus DWS. Doch auch Deka, Dit und Activest bieten schon länger ähnliche Konzepte. Schwung kam in das Thema aber erst, als die US-Gesellschaft Fidelity 2003 ihre sogenannten Target Funds nach Deutschland brachte und sie stark bewarb. Mittlerweile bietet auch ABN Amro zahlreiche Laufzeitprodukte in Deutschland an.

Der Grundgedanke ist dabei immer gleich: Der Kunde legt sich wie bei einer Versicherung auf einen Zeitpunkt fest, zu dem er über das angesparte Geld verfügen will. Das Fondsmanagement übernimmt die Gestaltung des Portfolios – angepasst an die Laufzeit und die Risikobereitschaft des Anlegers. So setzen etwa Fonds mit einem Zieldatum im Jahr 2030 zunächst zu einem großen Teil auf Aktien. Im Zeitablauf schichten sie immer mehr Kapital in sichere Rentenpapiere um und verringern so die Schwankungen des Fondspreises zum Ende der Laufzeit. Vorteil: Ein plötzlicher Einbruch an den Aktienmärkten kann bereits erzielte Gewinne nicht vernichten.

Auf welche Weise die Sicherheit gewährleistet wird, unterscheidet die Produkte: Während Deka, Fidelity und Dit gegen Ende der Laufzeit das Risiko durch Umschichten von Aktien in Rentenpapiere und Cash reduzieren, bauen andere Anbieter wie ABN Amro auf Garantiekonzepte. Gerade bei der Anlage über Sparpläne kann es sich lohnen, mehr Risiko einzugehen. „Wenn Fonds stärker schwanken, profitiert der Anleger bei einem Sparplan vom Cost-Average- Effekt“, so Michel. Das heißt, dass er in schwachen Börsenzeiten mehr Fondsanteile für seine monatliche Rate kauft, in starken Zeiten weniger. Dadurch bildet sich ein Kaufpreis, der im Schnitt in vielen Fällen niedriger liegt als bei einem Einmalinvestment. Das steigert die Rendite und führt langfristig zu einem höheren Vermögen.

Annette Martin jedenfalls hat sich für einen Zielsparfonds mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2030 entschieden. Sie will mit einigem Abstand zur Rente die Renditechancen der Aktienmärkte nutzen, ohne selbst umschichten zu müssen. „Ich bin froh, dass ich mich um solche Details nicht kümmern muss.“

Mit langem Atem

Fondssparpläne sind ideal für den Vermögensaufbau. Entscheidend für den Erfolg ist die Wahl von Titeln, die dauerhaft überzeugen.
Ein Zehntel ihres Einkommens legen die Deutschen auf die hohe Kante. Dabei investieren sie allerdings oft in wenig rentable Anlagen: 60 Prozent des Geldvermögens liegen auf niedrig verzinsten Konten, deren Erträge kaum den Verlust durch die Inflation ausgleichen. Fondssparpläne bringen auf lange Sicht deutlich mehr. Vor Abschluss sollten sich Anleger überlegen: Wann sie das Geld benötigen, welche Summe sie regelmäßig investieren wollen und welches Risiko für sie tragbar ist. Für den Anlageerfolg ist zudem die Fondsauswahl entscheidend. Experten von Feri Rating & Research berechneten, welche Rendite einzelne Produkte erzielten, wenn Anleger fünf Jahre lang monatlich jeweils 100 Euro investierten. Die Unterschiede sind enorm: Während Top-Fonds bei insgesamt 6000 Euro Anlagesumme am Ende der Laufzeit auf mehr als 9000 Euro Depotwert kamen, weisen die Schlusslichter Verluste auf.

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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