Die Diebe müssen ausgesprochene Weinkenner gewesen sein. Des Nachts stahlen sie 2500 Kilogramm Spätburgundertrauben auf einem Weingut in der Pfalz. Sehr zum Ärger des Winzers, der mit den Trauben einen Rotweincuvée der internationalen Spitzenklasse kreieren wollte. Rund 100.000 Euro hätte ihm der edle Tropfen eingebracht.
Der Vorfall zeigt: Wein ist bares Geld. Auch immer mehr Anleger interessieren sich für den Rebsaft. "Wein ist eines der Top-Assets, mit denen man Geld anlegen kann", sagt Weinexperte und Fachautor Mario Scheuermann. Bis vor Kurzem habe das Getränk sogar Gold übertroffen, was den Wertzuwachs angeht.
Spitzentropfen erreichen bei Versteigerungen hohe Preise. So hat das Londoner Auktionshaus Sotheby's bei einer Auktion im Oktober 2010 in Hongkong für eine Flasche 1869 Lafite-Rothschild einen Preis von 232.369 Dollar, also rund 170.400 Euro, erzielt.
Steigender Index
Der Liv-ex Fine Wine 100, der Leitindex der Londoner Internetweinbörse Liv-ex für edle Weine, hat in den vergangenen zehn Jahren von 94,72 Punkte auf beachtliche 344,54 Punkte im August 2011 zugelegt. Er bildet die Preise von 100 überwiegend französischen Tropfen ab.
"Ich kenne keinen Wein aus den 90er Jahren, der heute weniger wert ist als früher. Von Aktien kann man das nicht sagen", rühmt Scheuermann die Vorteile des Weininvestments. Auch die Finanzkrise hat der Weinmarkt recht gut überstanden. "Es gab nur eine kleine Delle", sagt der Fachautor. Der Grund: Ein großer Teil der Nachfrage nach gutem Wein kommt aus dem asiatischen Raum, der die Krise nicht ganz so stark gespürt hat.
Wein ist aber keine einfache Geldanlage. Nur die wenigsten Tropfen taugen als Investment. Vorwiegend sind dies Rotweine von Top-Châteaus wie Pétrus, Lafite-Rothschild oder Haute-Brion aus dem Bordeaux, einige Rebsäfte aus dem Burgund, wenige Champagner-Sorten und Boutique-Weine aus Australien oder Kalifornien.





















