Der Fonds RCM US Equity A von Allianz Global Investors hat auf Jahressicht ein Plus von 20,8 Prozent erzielt. Das Produkt aus der gleichen Anteilsklasse, versehen mit dem Zusatz H-EUR, erreicht über diesen Zeitraum ein Plus von 11,3 Prozent, also fast die Hälfte weniger. Und das, obwohl beide Fonds in exakt dieselben US-Unternehmen investierten. Der Grund für die Differenz liegt in dem Zusatz H-EUR verschlüsselt. Der weist nämlich darauf hin, dass der Fonds Währungs-Hedging betreibt, in dem Fall also Wechselkursschwankungen zwischen Euro und Dollar absichert. In der Performance der beiden Fonds spiegeln sich somit nicht nur Kursgewinne, sondern auch die Veränderungen des Dollar-Kurses in den vergangenen zwölf Monaten.
Viele Fonds, die Papiere in fremden Währungen halten und sich nicht gegen Wechselkursrisiken absicherten, profitierten zuletzt von der Euro-Schwäche, die ja im Umkehrschluss einen Höhenflug vieler Fremdwährungen bedeutete. Das ließ die Performance-Charts nach oben schnellen. Grund genug für manchen Anleger, zur Fondsklasse mit den vermeintlich höheren Renditechancen überzuwechseln.
Ein solcher Schritt kann jedoch leicht nach hinten losgehen, denn Wechselkursentwicklungen sind kaum vorhersagbar. Und häufig gleichen sich Schwankungen nach einer gewissen Zeit wieder aus. Anders als Aktienkurse, die auf lange Sicht tendenziell steigen, bewegen sich Währungen eher seitwärts – oder sinken, wenn ihnen stärkere Konkurrenz erwächst. Seit Kurzem geht es auch mit dem Euro wieder aufwärts. Das wiederum dürfte ungesicherten Fonds wie dem RCM US Equity A zur Belastung werden.
Manager währungsgesicherter Fonds handeln mit Finanzinstrumenten, die ihnen zu einem festgelegten Zeitpunkt einen bestimmten Wechselkurs garantieren. „Die einfachste und günstigste Variante der Währungsabsicherung sind Devisentermingeschäfte“, sagt Andreas Hahner, Portfoliomanager und Währungsspezialist bei Allianz Global Investors. Eine weitere Möglichkeit seien Optionen oder Futures. Vorteil des Hedging aus Sicht von Anlagestrategen: Währungsgesicherte Fonds trennen die Kurs- von der Währungsperformance, was die Zusammenstellung der Portfolios erleichtert. Nachteil: Termingeschäfte kosten Geld und belasten damit die Performance. Die Kosten bewegen sich zwar im Promillebereich, lassen sich aber kaum abschätzen. Fest steht: Sie steigen mit der Schwankung der Wechselkurse.
Ob ein Fonds dagegen abgesichert ist, lässt sich nicht immer erkennen. Die Emittenten kennzeichnen währungsgesicherte Tranchen in der Regel zwar mit einem großen H oder dem Zusatz „Hedged“. Aber nicht jeder Anbieter trennt klar zwischen gesicherten und ungesicherten Fonds. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS etwa betreibt bei vielen Fonds aktives Währungsmanagement, um Zusatzrenditen zu erzielen. Sie schaltet also Wechselkursschwankungen nicht aus, sondern nutzt diese im Gegenteil. „Absichern ist bei uns eine Option, keine Pflicht“, so ein DWS-Sprecher.
Bei Fonds wiederum, die Anleihen in fremden Währungen halten, können sich Anleger nicht mal sicher sein, dass Währungsrisiken voll abgesichert sind, selbst wenn dies ausgewiesen ist. Rentenfonds sichern sich nämlich meist nicht komplett gegen Wechselkursschwankungen ab, sondern nur gegen eine einzige Referenzwährung.
Ein Beispiel: Hat ein Rentenfonds mit dem Vermerk „Hedged“ den Dollar als Basiswährung, investiert aber in Schwellenländeranleihen, dann ist er gegen Schwankungen des Dollar-Kurses zum Euro abgesichert. Nicht aber gegen Veränderungen der lokalen Schwellenländerwährungen gegenüber dem Dollar. „Der Anleger überlässt es hier dem Fondsmanager, lokale Währungswetten einzugehen“, sagt Carlos Böhles vom Vermögensverwalter Schroders. Selbst ein währungsgesicherter US-Aktienfonds ist nicht unabhängig vom Greenback. Schließlich entwickeln sich die Kurse der Unternehmen nie unabhängig von der Inflation im Land.
Quelle: ftd
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