Wenn im Sommer die Temperatur über 30 Grad steigt, wird Wasser auch in gemäßigten Breitengraden zu einem heißen Thema. Denn wo Klimaanlagen den Geist aufgeben und Bauern über Dürre auf den Feldern klagen, steigt der Bedarf an dem flüssigen Rohstoff.
Doch wo es Bedarf gibt, ist immer auch die Chance, damit Geld zu verdienen. Wasser als Investment ist jedoch ein problematisches Thema. Die Argumentation, die dahintersteckt, hört sich zwar logisch an: Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr sowohl die Nachfrage nach Trinkwasser als auch nach Produkten, für deren Herstellung Wasser in großen Mengen gebraucht wird.
Direkt in den Rohstoff Wasser zu investieren ist so gut wie kaum möglich - es sei denn, man investiert in eine Quelle. Für Privatanleger ein schwieriges Unterfangen. Die Besitzverhältnisse für Wasser sind meist ungeklärt, die Preise steigen nur wenig. Darüber hinaus ist Wasser zwar knapp, anders als bei Öl verringert sich sein Bestand auf der Erde nicht, weil es sich in einem ständigen Kreislauf befindet. "Aus ökonomischer Perspektive ist nicht die Knappheit des Rohstoffs entscheidend, sondern die Knappheit an Mitteln für dessen notwendige Beförderung und Aufbereitung", sagt Philippe Rohner, Manager des Wasserfonds aus dem Schweizer Bankhaus Pictet.
Als Investitionsmöglichkeit bleiben Wasserfonds und Zertifikate, über die Privatanleger ihr Geld in Aktien von Unternehmen aus der Wasserbranche investieren. Doch auch dabei ist einiges zu beachten.
Ein Problem, mit dem die Fonds bei der Zusammenstellung ihres Portfolios zu kämpfen haben: Bei den meisten größeren Wasserfonds reicht es aus, wenn ein Unternehmen 20 Prozent seiner Einnahmen oder seines Firmenwerts durch Wasser generiert. Mehr, so die Fondsmanager, sei kaum möglich. Denn selbst bei einer Untergrenze von 20 Prozent bleiben weltweit nur 200 bis 300 Unternehmen übrig, die für Fonds als Investment infrage kommen. Die meisten dieser Firmen sind Versorger, die als Anlage eher einen defensiven Charakter haben. Damit ist das Risiko zwar geringer, die Rendite aber auch.

Wie schwer Wasser als Investment zu greifen ist, lässt sich an einzelnen Positionen in den Depots der Investmentfonds ablesen. So investiert Pictet beispielsweise in den weltgrößten Lebensmittelkonzern Nestlé, der auch Tafelwasser herstellt. Im Depot des zweitgrößten Wasserfonds SAM Sustainable Water vom Bankhaus Julius Bär finden sich Agrarunternehmen wie Chinas größter Produzent von Obst und Gemüse, Chaoda Modern Agriculture, der für den sparsamen Einsatz von Bewässerungssystemen bekannt ist. Bei Unternehmen wie diesen resultiert die Rendite nicht aus dem Rohstoff Wasser, sondern aus dem Handel mit Produkten, für deren Herstellung das "blaue Gold" unentbehrlich ist. Aus Gründen der Risikostreuung sind solche Unternehmen in einem Fondsdepot durchaus sinnvoll."Allerdings hat es nichts mit dem zu tun, was man gemeinhin unter Wasserinvestment versteht", sagt Hans Berner, Berater für ökologische Investmentfonds bei Meridio.






























