Die Hamburger Fondsbörse meldet, unter den zehn meistumgesetzten Fonds seien derzeit sieben offene Immobilienfonds. Spitzenreiter war der CS Euroreal (WKN: 980500), in dem fast 16,7 Mio. Euro umgesetzt wurden. Vom SEB ImmoInvest (WKN: 980230) wurden Anteile im Wert von 11,5 Mio. Euro gehandelt. Beide Fondsvermögen sind derzeit eingefroren.
Aktuell nehmen insgesamt zehn offene Immobilienfonds keine Anteile von Anleger zurück. Damit sind 30 Prozent des gesamten Branchenvermögens von 88,8 Mrd. Euro dem Zugriff der Eigentümer entzogen. Drei der Produkte sind bereits seit Oktober 2008 gesperrt, als wegen starker Mittelabflüsse gleich zwölf Fonds die Anteilsrücknahme aussetzen. Die damalige Schließungswelle war für das Bundesfinanzministerium Anlass, die Produkte strenger zu regulieren.
Künftig soll es nach Informationen aus Regierungskreisen für Anleger eine zweijährige Mindesthaltedauer geben. Die Regelung soll vermeiden, dass institutionelle Investoren oder Dachfonds die Produkte als Geldmarktersatz missbrauchen und schon nach kurzer Zeit hohe Summen abziehen. Denn die Fonds investieren langfristig in Immobilien. Ziehen zu viele Anleger ihr Geld gleichzeitig ab, geraten sie in Liquiditätsnöte - weswegen einige Fonds derzeit eingeforen sind.
Mit den Verkäufen reagierten die Anleger Experten zufolge nun auf diese konkret gewordenen Pläne. Denn erstmals soll auch eine Regelung für die geordnete Abwicklung eines Fonds geschaffen werden. Wenn es eingefrorenen Vehiklen nicht gelingt, in Zweijahresfrist wieder zu öffnen, müssen die Fondsimmobilien verkauft werden, um die Anleger auszahlen zu können. Mit einem Verkauf über die Börse können Fondsinhaber dem zuvor kommen - müssen dabei aber Kursabschläge hinnehmen.
Quelle: boerseonline
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