Der US-Aktienmarkt schafft es derzeit, die Nerven der Anleger immer wieder aufs Neue zu strapazieren. Der marktbreite Aktienindex S&P 500, der die Entwicklung der 500 größten US-Konzerne abbildet, ist seit Ende Juli um 20 Prozent gefallen und scheint nun eher auf tiefem Niveau zu schwanken, als sich rasch wieder zu erholen.
Manager von US-Aktienfonds nehmen die Kursstürze indes gelassen. "Seit der Großen Depression im Jahr 1929 hat es 30 Marktrückgänge um 15 Prozent oder mehr gegeben, aber nur zwei von ihnen haben eine Rezession vorausgesagt", sagt Bob Doll, Aktien-Chefstratege bei der US-Investmentgesellschaft Blackrock. Die Fundamentaldaten der US-Firmen seien gut, der Markt werde sich bald erholen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den schlechten Makrozahlen aus den USA nur um eine temporäre Wachstumsschwäche handelt, ist größer als die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls in die Rezession", sagt auch Thomas Härter, Leiter der Anlagestrategie beim Schweizer Fondsanbieter Swisscanto.
Anleger von US-Aktienfonds sollten nach Ansicht der Finanzprofis vorläufig vor allem eines tun: Ruhe bewahren. Die jüngsten Kursstürze seien getrieben von der Herabstufung der US-Bonitätsnote und der Unsicherheit vieler Anleger - nicht aber von deutlich verschlechterten Unternehmensdaten. Das sehen nicht nur US-Fondsmanager so, sondern auch unabhängige Experten wie Oliver Hagedorn, Geschäftsführer der Berliner Vermögensverwaltung Avesco: "Was wir zurzeit an den Aktienmärkten sehen, ist keine geplatzte Blase. Die US-Unternehmen seien jetzt nicht schlechter aufgestellt als vor 14 Tagen.
Aktienfonds, die in US-Standardwerte investieren, verzeichnen im laufenden Jahr zwar im Schnitt ein Minus von rund zehn Prozent, zeigen Zahlen der Ratingagentur Morningstar. Damit stehen sie aber nur minimal schlechter da als weltweit investierende Standardwertefonds. "Investoren mit langfristigem Anlagehorizont sollten jetzt keine Panikverkäufe tätigen. Aktien gehören immer ins Portfolio", sagt Hagedorn. Die richtige Vermögensverteilung sollte Zwischentiefs abfedern können, bevor sie im Portemonnaie wehtut.






















