Der Schiffsfonds DS 111 des Dortmunder Initiators Dr. Peters ist pleite, die beiden Schiffe, die er besaß, wurden zwangsversteigert. Jetzt sollen Anleger erstmals die Möglichkeit bekommen, verlorene Schiffe zurückzukaufen und so ihre Verluste zu minimieren.
Bisher bedeutete eine Fondsinsolvenz für die Anleger in der Regel den Totalverlust. Das will Dr. Peters verhindern. Damit der Rückkauf klappt, müssen die Anteilseigner des Fonds jedoch frisches Geld nachschießen - 12 Mio. Euro werden gebraucht. Bislang haben Anleger rund die Hälfte zugesagt, heißt es bei Dr. Peters.
Der 2005 aufgelegte Fonds, der die beiden Tanker "DS Performer" und "DS Power" besaß, wurde ein Opfer der Schifffahrtskrise und musste im vergangenen Oktober Insolvenz anmelden. Die finanzierenden Banken Commerzbank und Nordea hatten einen Antrag abgelehnt, fällige Tilgungszahlungen zu stunden. Der Grund dafür war offenbar ein Konflikt zwischen den Banken. Während die Commerzbank bereit war, einer Stundung zuzustimmen, war Nordea strikt dagegen, berichten Beteiligte. Im Dezember wurden die beiden Schiffe schließlich zwangsversteigert.
Der Dr.-Peters-Fonds ist kein Einzelfall. Nach Zahlen des Analysehauses Deutsche Fondsresearch (DFR) befinden sich insgesamt 221 Schiffsfonds in der Sanierung, bei 64 Beteiligungen besteht die begründete Gefahr, dass sie in Schwierigkeiten kommen. In acht Fällen kam es DFR zufolge bereits zur Insolvenz. Die tatsächliche Zahl sei sogar noch höher, berichten Marktkenner, da DFR nur einen Teil der existierenden Schiffsbeteiligungen erfasst.
Für die Rettungsaktion will Dr. Peters zunächst eine neue Fondsgesellschaft gründen. Sie kauft die Schiffe an und bekommt dafür einen Kredit der Commerzbank. Der Fonds soll dann so viel Geld verdienen, dass die Anleger damit einen Teil der Verluste aus der Pleite ausgleichen können. Das Ganze funktioniert nur, weil die Schiffe bei der Versteigerung von einer Zweckgesellschaft mit Rückendeckung der Commerzbank erworben wurden. Der Kaufpreis betrug je 15 Mio. Dollar - zu wenig, um das noch ausstehende Darlehen komplett abzudecken. Die Commerzbank kommentiert das nicht.
Rechnerisch muss jeder Anleger 27 Prozent seiner ursprünglichen Einlage nachschießen. Wenn alles nach Plan läuft, bekommen sie dafür nach sieben Jahren 65 Prozent ihrer Gesamtanlage zurück. Um in die Gewinnzone zu kommen, müssten sie deutlich mehr hinlegen.
"Wenn die Summe nicht vollständig durch Altanleger aufgebracht wird, werden wir auch externe Investoren einbinden", sagt der Sprecher des Emissionshauses: "Unser Ansinnen ist aber, dass so viele Altanleger wie möglich mitmachen."





















